Die Frage der Pauschalbesteuerung reicher Ausländer bewegt die Gemüter seit Jahren. Eine Initiative, die eine Abschaffung dieser umstrittenen «Besteuerung nach Aufwand» verlangt, kommt bald vors Volk.

Da interessiert erst recht, wie die Situation im Aargau ist. Er ist einer der Kantone, in denen Pauschalbesteuerung möglich ist. Sie ist hier von der Bedeutung her allerdings bei weitem nicht vergleichbar mit Kantonen wie Waadt, Wallis, Graubünden oder Bern, wo insgesamt Tausende pauschalbesteuert werden.

Der Aargau zählte per 31. Dezember 2013 laut Dave Siegrist, Chef des kantonalen Steueramts, 20 Steuerpflichtige mit Aufwandbesteuerung. 2009 waren es elf. Einzelne kamen aus Zürich in den Aargau, nachdem Zürich die Pauschalbesteuerung abgeschafft hatte.

1,5 Millionen Franken an Steuern

2012 zählte der Aargau noch 16 Pauschalbesteuerte, an Steuern gingen rund 1,5 Mio. Franken ein (die Zahlen für 2013 liegen noch nicht vor). Diese Einnahmen umfassen die kantonalen und kommunalen Steuern sowie die direkte Bundessteuer. Die Zahlen zeigen: «Grosse Fische» leben nicht im Aargau. Zum Vergleich: Gesamtschweizerisch bringt die Pauschalbesteuerung Steuereinnahmen von 700 Millionen Franken ein.

Steuern anhand der Lebenshaltungskosten

Doch wie funktioniert es konkret, wenn jemand von dieser Möglichkeit profitieren will? Dave Siegrist: «Die Steuern bemessen sich grundsätzlich nach dem Aufwand respektive den Lebenshaltungskosten. Die nach Aufwand besteuerten Personen reichen jährlich eine Steuererklärung ein, welche von der Steuerbehörde geprüft wird. Anhand einer Kontrollrechnung werden die Einkünfte aus schweizerischen Quellen sowie ausländische Einkünfte, für welche im Rahmen eines Doppelbesteuerungsabkommens eine Entlastung von ausländischen Steuern beantragt wird, erhoben. Diese Einkünfte müssen mindestens in dem nach Aufwand festgelegten steuerbaren Einkommen Platz finden.»

Keine unbegründeten Gesuche

Da fast alle Aufwandbesteuerten durch eine Anwaltskanzlei, Bank oder spezialisierte Treuhandunternehmung vertreten sind, bieten laut Siegrist sowohl die Veranlagung aufgrund der eingereichten Steuererklärung wie auch der Steuerbezug keine Probleme. Siegrist: «Auch kommen deshalb keine unbegründeten Gesuche, sodass auch 2013 keine abgelehnt werden mussten.