Durch die rege Bautätigkeit im Aargau und die grossen Grabungen sei viel Fundmaterial angefallen in den letzten rund 15 Jahren, erklärt Kantonsarchäologe Georg Matter. Die bestehenden Depots und Provisorien seien fast voll belegt. Mit dem Ausbau des ehemaligen Armeezeughauses an der Mülligerstrasse in Windisch zum primären Material- und Funddepot könnten nun die nötigen Kapazitäten geschaffen werden. Schon heute wird das Gebäude teilweise als Fundlager genutzt.

Matter spricht von einem Befreiungsschlag. Im Gegenzug werde der provisorische Standort im Brugger Neumarkt aufgehoben.

Eingebaut wird neuer Warenlift

Die Aussenhülle des Zeughauses bleibt durch den Ausbau fast unverändert. Die Arbeiten finden vor allem im Innern statt. Vorgesehen ist, das rund 60 Jahre alte Gebäude instandzustellen, sprich: die Installationen – Strom und Wasser – zu erneuern. Ausgeführt werden zudem Massnahmen, um den Brandschutz und die Erdbebensicherheit gewährleisten zu können. Ein wesentlicher Kostenpunkt ist laut Matter der Ersatz des veralteten Lastenaufzugs durch einen neuen Warenlift.

Weiter werden die Gestelle eingebaut für die Fundgegenstände und eingerichtet werden zwei bis drei temporäre Arbeitsplätze, um die Lagerbestände zu verwalten. Die Liegenschaft bleibt auch künftig unbeheizt. «Es handelt sich nicht um einen Luxus-Ausbau», stellt Matter fest. Ein besonderes Augenmerk gelte der Tragfähigkeit der Böden. Der Kantonsarchäologe verweist auf Architekturfragmente oder Säulenbestandteile, die gut und gerne mehrere Tonnen wiegen können.

Ein Zelt dient als Provisorium

Anders ausgedrückt: Mit dem Ausbau des Zeughauses kann nicht nur auf den sich abzeichnenden Engpass in den heutigen Funddepots reagiert werden, langfristig wird auch die Bewirtschaftung der Depotbestände der archäologischen Sammlung verbessert. Das Haupt-Fundlager in Windisch mache Sinn, führt Matter aus. Die Gemeinde sei innerhalb des Kantons zentral gelegen und verkehrstechnisch gut erschlossen, auch die die Büros der Kantonsarchäologie sind hier zu finden. Nicht zuletzt habe der Standort durch seine grossen Fundstellen eine lange Tradition. Bereits seit 150 Jahren werden im einstigen Legionslager Vindonissa archäologische Grabungen durchgeführt.

Verläuft alles reibungslos, sollen die Tätigkeiten beim ehemaligen Zeughaus diesen Herbst beginnen. Weil die Lagerbestände während der Bauphase in einem Provisorium – einem Zelt – untergebracht werden müssen, ist der Ausbau in zwei Etappen geplant. Bis Sommer 2020 sollen die Tätigkeiten abgeschlossen werden. Für das Vorhaben hat der Regierungsrat 1,977 Mio. Franken gesprochen. Das Baugesuch liegt bis 30. Juli in Windisch auf.

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