Im Strafverfahren betreffend die ASE Investment AG kommt es in der Woche ab 21. November zur Gerichtsverhandlung. Gemäss Anklage wirft die Staatsanwaltschaft den drei Beschuldigten diverse Vermögensdelikte vor. Die Gerichtsverhandlung findet im kantonalen Zivilschutzausbildungszentrum in Eiken statt.

Sie wird voraussichtlich bis und mit Samstag, 26. November, dauern. An der Verhandlung werden Zeugen sowie die Beschuldigten befragt. Anschliessend erfolgen die Parteivorträge. In diesem Rahmen wird die Staatsanwaltschaft ihre Anträge bekannt geben.

Die ASE – ein Kürzel für «Anlage, Sicherheit, Ertrag» – war eine Vermögensverwalterin und bot ihren Kunden Devisenhandel in unterschiedlichen Produkten an. Im Lauf der Zeit kam es zu diversen massiven Unregelmässigkeiten. Dem hauptbeschuldigten Geschäftsführer werden gewerbsmässiger Betrug, qualifizierte ungetreue Geschäftsbesorgung und mehrfache Urkundenfälschung vorgeworfen. Insbesondere geht es darum, dass die bei der Anlagetätigkeit seit spätestens Januar 2006 erlittenen Verluste verheimlicht und den Anlegern fiktive Gewinne vorgetäuscht wurden.

In der Folge stopfte der Hauptbeschuldigte Löcher in den Anlageprodukten, indem er auf sämtliche Mittel zurückgriff, derer er im Namen der ASE habhaft werden konnte. Im Mittelpunkt steht der Vorwurf, dass durch die Vermischung von Kunden- und Anlagegeldern ein riesiges Schneeballsystem betrieben wurde. Es wurden rund 2500 Geschädigte ermittelt, die Deliktsumme beträgt rund 170 Millionen Franken.

Mitangeklagt sind der Präsident des ASE-Verwaltungsrats wegen qualifizierter ungetreuer Geschäftsbesorgung und Misswirtschaft sowie der ehemalige Kundenbetreuer der ASE bei der Basler Kantonalbank wegen Gehilfenschaft zu gewerbsmässigem Betrug. Während der Hauptbeschuldigte weitgehend geständig ist und im Februar 2015 den vorzeitigen Strafvollzug angetreten hat, weisen die beiden anderen Angeklagten jede Schuld von sich.

Das Strafverfahren wurde aufgrund einer Strafanzeige der Basler Kantonalbank im April 2012 eröffnet. Hintergrund waren Bankauszüge, die gegenüber den Kunden falsche Guthaben auswiesen. Im Juni 2012 wurde über die ASE der Konkurs eröffnet und im Januar 2014 mangels Aktiven eingestellt. (az)