Aargau/Solothurn

17 Schwerverletzte seit Oktober: Fussgänger in der Region leben gefährlich

Fussgänger leben gefährlich

Fussgängerunfälle haben sich in den letzten drei Monaten in der Region Aargau/Solothurn erheblich gehäuft.

Fussgänger haben im Strassenverkehr zwar stets Vortritt, vor Unfällen schützt sie das aber nicht. Die Kantonspolizeien Aargau und Solothurn zählen seit Oktober bereits 17 Schwerverletzte bei Unfällen auf Fussgängerstreifen.

Zuletzt krachte es zweimal in Oensingen: am Dienstagabend erfasste ein Auto erst eine Schülerin auf dem Fussgängerstreifen. Die junge Frau musste mit mittelschweren Verletzungen durch eine Ambulanz ins Spital gebracht werden. Am gleichen Abend wurde auch ein Mann von einem Auto auf dem Zebrastreifen angefahren. Auch er wurde mittelschwer verletzt und mit der Ambulanz ins Spital gefahren

Seit Oktober diesen Jahres häufen sich solche Unfälle an Strassenüberquerungen. In den Kantonen Aargau und Solothurn registrierten die Behörden in diesem Zeitraum bereits 17 Schwerverletzte bei Unfällen auf Fussgängerstreifen. Dies berichtete der Regionalsender Tele M1 in seiner Nachrichtensendung «Aktuell» am Mittwochabend. 

Bernhard Graser, Mediensprecher der Kantonspolizei Aargau, erklärt gegenüber Tele M1, warum es derzeit zu einer Häufung solcher Unfälle kommt. «Im Winterhalbjahr gibt es schwierigere Lichtverhältnisse und schlechteres Wetter. Dies verschärft die Situation und fördert Unfälle mit Fussgängern.»

Wie lassen sich solche Unfälle vermeiden?

Auch Nihal Lehmann aus Kölliken wurde vor etwas mehr als einem Jahr Opfer eines Unfalls auf einem Fussgängerstreifen. Am 3. Oktober 2017 war die junge Frau unterwegs zur Arbeit, als sie bei der Überquerung einer Strasse von einem Auto angefahren wurde.

«Ich erinnere mich nur noch, dass ich auf das Auto draufgeklatscht bin, am Boden gelegen und vor Schmerzen geschrieen habe», erklärt sie gegenüber Tele M1. Drei Monate lang musste Nihal Lehmann nach dem Unfall an Stöcken gehen, weil sie sich am Bein verletzt hatte.

Doch lassen sich solch schwere Unfälle an Fussgängerstreifen nicht vermeiden? Fahrlehrer Markus Schär ermahnt Fussgänger, sich gerade in den dunkleren Monaten des Jahres heller anzuziehen. «Etwa eine Warnweste anziehen, das wird wohl niemand», sagt Schär. «Von der Sicherheit her wäre das aber sicher sinnvoll.» Auch mit einfachen Reflektoren an der Kleidung sei man für Autofahrer weitaus auffälliger, was das Unfallrisiko senken würde.

Weiter warnt der Fahrlehrer: «Wenn Fussgänger ein Auto herannahen sehen, muss das nicht heissen, dass der Autofahrer auch den Fussgänger gesehen hat.» Doch auch für die Autolenker gelte: jederzeit wachsam und bremsbereit sein. Auch Ablenkung – etwa durch Handys am Steuer – sorge immer wieder für Unfälle, die sich hätten vermeiden lassen. (luk) 

Aktuelle Polizeibilder vom Dezember 2018:

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