«Natur 2030»

16,5 Millionen Franken für Kiebitz und Feldlerche – so soll die Natur im Aargau gefördert werden

Eine der Arten, die gefördert wird, ist der Kiebitz.

Eine der Arten, die gefördert wird, ist der Kiebitz.

Der Kredit für das Mehrjahresprogramm «Natur 2020» läuft Ende dieses Jahres ab. Jetzt beantragt die Regierung dem Grossen Rat einen Verpflichtungskredit von 16,5 Millionen Franken für die erste, fünfjährige Etappe des Nachfolgeprogramms «Natur 2030».

Den Antrag stellt die Regierung, nachdem eine öffentliche Anhörung dafür auf positives Echo gestossen ist. Mit «Natur 2030» will die Regierung nahtlos an das jetzige Programm anknüpfen. Dabei will sie laut vorliegender Botschaft die bisher erfolgreich umgesetzten Instrumente und Massnahmen weiter entwickeln.

Das neue Mehrjahresprogramm soll dem Vollzug von Aufgaben zum Schutz der Landschaft, zur Sicherung, Aufwertung und Vernetzung von Lebensräumen und zur gezielten Förderung von Tier- und Pflanzenarten dienen, heisst es in der Vorlage an das Kantonsparlament. Damit soll das Programm einen Beitrag leisten, um die negativen Auswirkungen des Klimawandels zu mildern.

Doch was konkret soll mit dem vielen Geld gemacht werden? Nachfolgend einige Beispiele:

  • Realisieren und Unterstützen der Schaffung und Aufwertung von Trittsteinbiotopen, Vernetzungskorridoren und Strukturelementen in ausgewählten Räumen ausserhalb der Schutzgebiete im Umfang von je 15 Hektaren für trockene Lebensräume. Gedacht wird etwa an Wegborde, Trockensteinmauern etc.
  • Es sollen mindestens 20 kleinere (bis fünf Aren) und fünf grosse (bis 20 Aren) neue Stillgewässer zur Vernetzung bestehender Amphibienlaichgebiete erstellt werden.
  • Es sollen fünf neue Arten- Förderprogrammen und zehn neue Aktionspläne erarbeitet und umgesetzt werden, namentlich für Brutvögel – etwa für Kiebitz und Feldlerche – Amphibien, Insekten und Pflanzen.
  • Die bisherigen Artenförderprogramme für Amphibien, Reptilien, Fledermäuse, Gebäudebrüter und weitere Arten sollen weitergeführt werden.
  • Weiter soll laut Vorlage ein Artenförderprogramm für das Siedlungsgebiet (namentlich für Pflanzen und Insekten) entwickelt und dann auch umgesetzt werden.
  • Für Gemeinden soll ein Beratungsdienst zu Schwerpunktthemen geschaffen werden, etwa zu ökologischer Infrastruktur, Natur im Siedlungsraum, Massnahmen zur Klima-Anpassung, Gestaltungspläne, Arealentwicklungen, Artenförderung.) sowie innerhalb eines definierten Rahmens hinsichtlich der Entwicklung, Finanzierung und Umsetzung konkreter Aufwertungsprojekte für Natur und Landschaft angeboten.
  • In Zusammenarbeit mit dem Naturama und allenfalls weiteren Partnern werden zehn Artenkenntniskurse, 50 Weiterbildungsveranstaltungen für Gemeindemitarbeitende und Naturschutz-Aktive sowie fünf öffentliche Naturschutztagungen oder Naturpodien für ein breites Publikum angeboten.
  • Zur Unterstützung von Gemeinden und Organisationen werden Fach- und Planungsgrundlagen, Richtlinien und Vollzugshilfen sowie Dokumentationen von «Best-Practice» -Beispielen digital und fallweise in gedruckter Form angeboten.
  • Zudem sollen 35 Familienexkursionen und weitere Veranstaltungen in Zusammenarbeit mit dem Naturama und allenfalls weiteren Partnern durchgeführt werden.

Der Grosse Rat berät die Vorlage wohl im Herbst.

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