Wirtschaftsumfrage
1600 neue Stellen geplant – Aargauer Firmen erwarten ein gutes Jahr

Eine Umfrage bei Unternehmen der Aargauer Industrie zeigt: Sie wollen in diesem Jahr 1600 neue Stellen schaffen. Ihre Kapazitätsauslastung soll auf 86 Prozent steigen. Viele beurteilen den Unternehmensstandort Aargau als gut oder besser.

Mathias Küng
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Tag der offenen Tür bei Alstom in Birr. (Archiv)

Tag der offenen Tür bei Alstom in Birr. (Archiv)

600 von insgesamt 1600 Mitgliedfirmen haben an der jüngsten Umfrage der Aargauischen Industrie- und Handelskammer (AIHK) teilgenommen. Sie erwarten ein gutes 2014. Dies trifft insbesondere auf die Dienstleistungsunternehmen zu.

Demgegenüber schwanken die Erwartungen der Industrieunternehmen noch zwischen befriedigend und zuversichtlich. Dies wurde gestern in Aarau bei der Vorstellung der jüngsten AIHK-Wirtschaftsumfrage bekannt.

Wie Raphael Schönbächler von der für die Umfrage zuständigen Firma Fahrländer Partner darlegte, liegt die Aargauer Exportwirtschaft allerdings immer noch deutlich hinter der Binnenwirtschaft zurück. Auch 2013 erlebte sie keinen Aufschwung. Immerhin war der Rückgang weniger stark als noch ein Jahr zuvor.

Einzelne Branchen konnten laut Schönbächler sogar leichte Exportzunahmen verzeichnen. So sind etwa die Aargauer Kunststoff- und Metallexporte leicht gestiegen, während Maschinen und Elektronik sowie chemisch-pharmazeutische Exporte erneut schrumpften.

Auslastung steigt auf 86 Prozent

Für eine Verbesserung des Industriegangs ist die Entwicklung der internationalen und der Schweizer Investitionstätigkeit in den kommenden Monaten laut Schönbächler von grösster Wichtigkeit. 2012 meldeten die Industriefirmen eine Kapazitätsauslastung von 81 Prozent.

Letztes Jahr stieg sie auf 84, und 2014 soll sie gar auf 86 Prozent steigen. Dies und die anziehende Konjunktur lassen auch eine Steigerung der Investitionstätigkeit erwarten.

Vorab Pharma investiert

Die Umfrage zeigt hier jedoch ein uneinheitliches Bild. Pharma, Nahrungsmittel und elektrische Ausrüstungen erwarten einen steigenden Auftragsbestand und fahren deshalb die Investitionen hoch, so Schönbächler.

Umgekehrt belassen Kunststofffirmen – deren Auslastung eher durchschnittlich ist –, die Metallurgie und Chemie laut Schönbächler die Investitionen gleich. Der Maschinenbau, der 2014 keinen ansteigenden Auftragsbestand erwartet, fährt sie sogar leicht zurück.

Insgesamt wollen die befragten Aargauer Firmen im Jahr 2014 rund 1600 neue Stellen schaffen. Das entspricht bei ihnen einem Beschäftigungsausbau um 2,6 Prozent. Das dürfte in Schönbächlers Einschätzung über dem Schweizer Mittel liegen.

Der Stellenausbau sei relativ breit abgestützt und werde nicht nur vom Dienstleistungssektor getragen. So wollen im Aargau der Handel (insbesondere der Grosshandel), die Kunststoffbranche, die Metallurgie, die Baubranche, Chemie, Pharma sowie Dienstleister wie die Rechts- und Steuerberatung, das Grundstücks- und Wohnungswesen oder Architektur- und Ingenieurbüros signifikant neue Stellen schaffen. Neue Stellen entstehen erfreulicherweise in allen Bezirken.

AIHK-Geschäftsleiter Peter Lüscher verteilte Komplimente an die Politik.

AIHK-Geschäftsleiter Peter Lüscher verteilte Komplimente an die Politik.

Zur Verfügung gestellt

Standort: Psychologie spielt mit

Insgesamt erachten die befragten Firmen den Aargau als guten Standort. Das überrascht AIHK-Geschäftsleiter Peter Lüscher nicht, hat der Aargau doch jüngst national Schlagzeilen als einer der beliebtesten Wohnorte gemacht. Mittlerweile beurteilen 91 Prozent den Unternehmensstandort Aargau als gut bis sehr gut.

Dieser Wert war noch vor wenigen Jahren deutlich tiefer. Lüscher sieht verschiedene Gründe für die bessere Einschätzung. Der erste ist psychologischer Art.

Wenn Betriebe optimistischer in die Zukunft schauen, schätzen sie auch das Umfeld besser ein. Er sieht dies aber auch «als Kompliment an die Politik», die für gute Rahmenbedingungen schaue, was sich in guten Kantonsrankings auswirkt. Ihre Beiträge leisteten zudem die Hightechstrategie und die jüngste Steuerreformt.

Dazu kommt die sehr gute verkehrstechnische Erreichbarkeit. Bezüglich Bildungsfaktoren liegt der Aargau aber weiterhin nur im Mittelfeld der Kantone.