In diesem Jahr läuft die erste Etappe des Programms «Natur 2020» aus. Damit es fortgeführt werden kann, beantragt die Regierung dem Grossen Rat für die zweite Etappe von 2016–2020 einen neuen Kredit – und zwar 16,5 Millionen Franken.

Eigentlich waren 18 Millionen vorgesehen. Doch nach dem Nein des Stimmvolks zum Sparpaket und angesichts grosser Unsicherheiten in der konjunkturellen Entwicklung hat die Regierung selbst den Kredit schon gekürzt, bevor sie ihn überhaupt in die Vernehmlassung gab. Und sie will ihn weiter kürzen, «wenn dies aufgrund der finanzpolitischen Lage notwendig sein wird».

Das wurde bisher gemacht

Die erste Etappe des Naturprogramms sei erfolgreich gewesen, rekapituliert der Regierungsrat. Aufwertungsmassnahmen in geschützten Lebensräumen wie Kiesgruben, Flachmooren oder Trockenstandorten wurden realisiert.

Es profitierten gefährdete Arten wie Laubfrosch, Uferschwalbe oder Frauenschuh. Letzterer wuchs zwischen 1840 und 1910 im Aargau an 100 Standorten, wurde aber auf noch 15 Standorte zurückgedrängt. Aufgrund zu starker Beschattung sei dessen Wuchs erst noch kümmerlich, heisst es im Rechenschaftsbericht. Dank Pflegeverträgen mit betroffenen Waldbesitzern soll diese prächtige Orchidee jetzt wieder von besseren Lebensraumbedingungen profitieren.

Eckpfeiler der Naturpolitik

Das Mehrjahresprogramm «Natur 2020» sei ein Eckpfeiler der kantonalen Natur- und Landschaftsschutzpolitik, betont die Regierung. Die will sie natürlich fortführen. Übrigens rechnet sie damit, dass sich der Bund «aufgrund der Erfahrungen der 1. Etappe» mit 6,8 Millionen Franken beteiligen werde, womit der Kanton selbst nur knapp 10 Millionen Franken aufbringen muss.

Die Regierung will mit diesen Mitteln Beiträge an die Bewahrung naturnaher Landschaften und Erholungsräume leisten, in die Aufwertung und Vernetzung wertvoller Biotope und den Schutz gefährdeter Tier- und Pflanzenarten investieren. Davon profitiere nicht nur die Natur. Auch die Gemeinden gewännen so an Lebensqualität und Standortattraktivität.

Dafür ist das Geld geplant

Doch was soll mit dem Geld geschehen? Über 6 Millionen Franken sind für Leistungsaufträge an Regionen, Beratung der Gemeinden, für Aufwertungsprojekte, Weiterbildung und Öffentlichkeitsarbeit durch das Naturama usw. vorgesehen.

3,4 Millionen Franken sollen eingesetzt werden, um Lebensräume aufzuwerten. Dazu gehören 25 Hektaren Magerwiesen, 7 Hektaren Flach- und 12 Hektaren Hochmoore/Flachmoore mit Hochmoorpotenzial, 4 Hektaren Feuchtgebiete für Amphibien, Libellen usw. 1,5 Millionen Franken will der Kanton verwenden, um prioritäre Arten zu schützen und zu fördern.

Es sollen auch bisherige Massnahmen für bedrohte Artengruppen wie Fledermäuse, Gebäudebrüter, Reptilien etc. fortgesetzt werden. Rund 750 000 Franken werden für die Bekämpfung von Neophyten bereitgestellt. Dazu gehören 2500 Tageseinsätze gegen Neophyten.