Pascal Koradi, der designierte CEO der Aargauischen Kantonalbank (AKB), kann im Herbst ein gut aufgestelltes Haus übernehmen. Die AKB fuhr im vergangenen Jahr einen Jahresgewinn von 155,4 Millionen Franken ein. Damit wurde das Rekordergebnis von 2014 noch einmal getoppt.

Schon der Jahresgewinn 2014 von 105,5 Millionen Franken galt als aussergewöhnlich in der damals genau 100-jährigen Geschichte der Bank.

Doch ein Jahr danach kann der scheidende Direktionspräsident Rudolf Dellenbach mit 155,4 Millionen Franken einen um noch einmal fast 50 Prozent gesteigerten Gewinn vorweisen.

Dellenbach führte am Dienstag bei der Bilanzmedienkonferenz der AKB in Aarau verschiedene Gründe für das gute Ergebnis ins Feld.

Auf der einen Seite seien Personal- und Sachkosten fast gleich geblieben. Auf der anderen Seite habe man nach der Aufhebung der Euro-Untergrenze vor allem im Handelsgeschäft sehr erfolgreich gearbeitet.

Weiter zum positiven Jahresabschluss beigetragen hat laut Dellenbach die Auflösung von nicht beanspruchten Rückstellungen und Wertberichtigungen. Einen Teil dieser Rückstellungen hatte die AKB mit Blick auf die Auseinandersetzung mit den US-Justizbehörden wegen Schwarzgeldkonten von US-amerikanischen Kunden getätigt.

Inzwischen haben sich die AKB und die USA auf eine Busse von knapp 2 Millionen US-Dollar geeinigt. Damit stehe die AKB am untersten Ende der in der Kategorie 2 erfassten Banken, sagte Dellenbach.

Steigerung in fast allen Bereichen

Die AKB konnte sich gegenüber 2014 in fast allen Bereichen noch einmal steigern. Die Bilanzsumme wuchs dank der Vergabe von neuen Hypothekarkrediten um 1,5 Milliarden auf 24,3 Milliarden Franken. Die Hypothekarforderungen allein nahmen trotz vorsichtiger Vergabepolitik um eine Milliarde Franken oder 5,9 Prozent zu.

Beim Zinsgeschäft konnte die AKB um 2,3 Prozent zulegen und einen Netto-Erfolg von 259,2 Millionen Franken verbuchen. Der Erfolg aus dem Handelsgeschäft wuchs dank grösserer Volumina im Devisenhandel aufgrund des SNB-Entscheides gar um 52,4 Prozent auf 49,1 Millionen Franken.

Weissgeldstrategie konsequent umgesetzt

Einzig bei den betreuten Vermögenswerten musste die Bank zurückstecken. Diese gingen um 2,2 Prozent auf 24,3 Milliarden Franken zurück. Zwar kamen 0,7 Milliarden Franken Neugelder herein, doch die konsequente Umsetzung der Weissgeldstrategie führte zu einem höheren Abfluss. Die Bank durchforstete auf der Suche nach Schwarzgeldkonten den gesamten Kundenstamm.

Aus dem mit 375 Millionen Franken höchsten Geschäftsertrag in der Geschichte der AKB und aus dem nur leicht gestiegenen Geschäftsaufwand resultierte ein Kosten-Einkommen-Verhältnis von 43,6 Prozent. Damit gehöre die AKB zu den Top 4 der Schweizer Banken, wie an der Bilanzmedienkonferenz betont wurde.

Das Eigenkapital beträgt nun über 2 Milliarden Franken. Die betriebliche Eigenkapitalrendite nach Steuern betrug Ende Jahr 10,5 Prozent. Mit einer Zuweisung von 77 Millionen an die Gewinnreserven erhöhte sich die Kapitalquote der Bank von 15,6 auf 16,3 Prozent.

88,6 Millionen für die Aargauer Staatskasse

Freuen über den guten Jahresabschluss kann sich auch der aargauische Finanzdirektor Roland Brogli.  In die Staatskasse fliessen total 88,6 Millionen Franken. 68 Millionen davon entfallen auf die ordentliche Gewinnablieferung.

Dazu kam ein Zusatzausschüttung von 7 Millionen aus dem Verkauf der Swisscanto-Anteile an die ZKB, 10,3 Millionen Franken für die Abgeltung der Staatsgarantie und 3,3 Millionen für die Verzinsung des Dotationskapitals. Zusätzlich zu diesen Summen entrichtete die AKB den Kantonen Aargau und Solothurn Steuergelder in Höhe von fast 10 Millionen Franken.

Nachfolger muss mit tieferem Gewinn rechnen

Rudolf Dellenbach wird die operative Leitung der Bank Mitte August an Pascal Koradi, den bisherigen Post-Finanzchef, abgeben. Der scheidende AKB-Chef glaubt nicht daran, dass sein Nachfolger das Rekordergebnis von 2015 noch einmal steigern kann.

"Wir erwarten für das laufende Geschäftsjahr ein deutlich tieferes Ergebnis als 2015", sagte Dellenbach. Die Zinsen seien nach wie vor tief. Dazu kämen ein moderates Wirtschaftswachstum, leicht ansteigende Arbeitslosenzahlen und eine sich weitere eintrübende Konsumentenstimmung.

Bereits letztes Jahr sorgte die AKB für einen Superlativ mit dem bis damals besten Abschluss der Geschichte. Sie wies einen Jahresgewinn von CHF 105,5 Mio. aus . Jetzt sind es nochmals 50 Millionen Franken mehr.