Entlang der Autobahnen im Aargau gibt es – neben den Raststätten Würenlos und Kölliken – heute insgesamt acht Rastplätze, wo Chauffeure ihre Lastwagen abstellen können.

An der A1 sind dies Oftringen, Lenzburg und Othmarsingen in Fahrtrichtung Zürich sowie Birrhard, Suhr und Walterswil in Fahrtrichtung Bern. Auf dem A3-Teilstück im Aargau gibt es nur zwei Rastplätze: Mumpf Nord und Mumpf Süd.

Für Ulrich Giezendanner, Transportunternehmer und SVP-Nationalrat aus Rothrist, ist das zu wenig. «Es ist dringend und wichtig, dass in der ganzen Schweiz zusätzliche Parkplätze für Lastwagen geschaffen werden», sagt er.

Chauffeure müssten die gesetzlichen Lenk- und Ruhezeiten einhalten, fänden aber oft keine Möglichkeit, um ihre Camions abzustellen. Bei einem Rastplatz im Aargau soll sich dies nun ändern: Das Bundesamt für Strassen (Astra) plant, in Birrhard massiv mehr Parkplätze für den Schwerverkehr zu erstellen.

Der Rastplatz soll so umgebaut werden, dass künftig 21 Lastwagen-Parkplätze zur Verfügung stehen – bisher waren es nur gerade sechs. Im Gegenzug sollen nur noch 22 statt wie bisher 28 Autos auf dem Rastplatz parkieren können.

Esther Widmer, Sprecherin des Bundesamts für Strassen, sagt zur aktuellen Situation auf dem Rastplatz Birrhard: «Mangels genügend Abstellplätzen nutzen Lastwagenchauffeure in der Nacht teilweise auch Autoparkplätze.»

Die zusätzlichen Plätze für die Camions werden gemäss Astra «auf der schon vorhandenen Fläche innerhalb des Nationalstrassenperimeters» geschaffen. Widmer erklärt, die heutige Grünfläche auf dem Rastplatz werde künftig mitgenutzt.

Der Umbau soll so erfolgen, «dass möglichst grosse Teile des bestehenden Rastplatzes weiter genutzt werden können». Auch der Komfort für die Chauffeure soll besser werden. Die heutigen sanitären Einrichtungen werden durch ein neues Duschgebäude ergänzt.

Für das Umbauprojekt, das seit gestern Dienstag auf der Gemeindekanzlei Birrhard aufliegt, rechnet das Bundesamt für Strassen mit Kosten von 4,2 Millionen Franken.

Parkplätze erst in zwei Jahren

Bis die zusätzlichen Parkplätze zur Verfügung stehen, dürfte es aber noch gut zwei Jahre dauern. «Der früheste Baubeginn ist im Frühling 2018», sagt Astra-Sprecherin Widmer.

Für die Erweiterung sind im Wesentlichen nur Belagsarbeiten nötig, die zwischen April und Oktober ausgeführt werden können. Zuvor müssen die öffentliche Auflage durchgeführt, das Projekt im Detail geplant und die Arbeiten vergeben werden.

Die Erweiterung des Rastplatzes Birrhard geht auf ein Postulat des ehemaligen FDP-Ständerats Rolf Büttiker aus dem Jahr 2009 zurück. 2011 hat der Bundesrat das Anliegen verabschiedet, das ein Netz von 16 Stellplätzen für jeweils 30 bis 100 Lastwagen entlang der schweizerischen Autobahnen verlangte.

Transportunternehmer Giezendanner begrüsst die Pläne: «Das Projekt macht absolut Sinn. Im Birrhard hat es offensichtlich Landreserven.» Er hält fest, der Ost-West-Verkehr habe in den vergangenen Jahren massiv zugenommen.

Doch wie verträgt sich der Bau von weiteren Parkplätzen an der Autobahn, der den Strassentransport attraktiver macht, mit dem verkehrspolitischen Ziel, den Schwerverkehr möglichst auf die Schiene zu verlagern? Giezendanner winkt ab: «Der Güterverkehr auf der Eisenbahn ist nur beschränkt eine Alternative, weil die Personenzüge Priorität haben.»