Baden

Corona-Fall in Viva-Bar: Betreiber fehlt die Kontaktliste – 132 Partygänger aus LWB-Club in Quarantäne

Die Viva-Bar in Baden wurde geschlossen.

Die Viva-Bar in Baden wurde geschlossen.

Wer in der Nacht auf Sonntag in der Viva Bar in Baden war, muss in Selbstquarantäne. Dort hielt sich nämlich eine Person auf, die mit Corona infiziert ist. DIese feierte danach offenbar im Club Löschwasserbecken weiter.

Es war eine Frage der Zeit, bis sich das Coronavirus auch im Aargauer Nachtleben ausbreitet: Am Freitag nun hat das Gesundheitsdepartement mitgeteilt, dass 132 Personen unter Quarantäne gestellt wurden. Sie haben letztes Wochenende – in der Nacht von Samstag auf Sonntag – in Baden gefeiert. Noch wissen nicht alle Personen, die sich in Baden angesteckt haben könnten, davon. Die Mitarbeitenden des Contact-Tracing- Centers konnten nur jene Personen kontaktieren, die gleichzeitig mit der infizierten Person im Club «LWB» gefeiert haben.

Aufruf an Besucher der Bar, in Quarantäne zu gehen

Wem die Person vor dem Clubbesuch in der Viva-Bar begegnet ist, ist unklar. Der Betreiber der Bar konnte dem Kantonsärzt­lichen Dienst keine Kontaktdaten der Besucherinnen und Besucher vorlegen. Aus diesem Grund ruft der Kantonsärztliche Dienst alle Personen, die sich zwischen Samstag, 10. Oktober, um 23 Uhr und Sonntag, 11. Oktober, um 1 Uhr in der Viva-Bar aufgehalten haben, dazu auf, sich in Selbstquarantäne zu begeben.

Für den Barbetreiber hat die fehlende Kontaktliste Konsequenzen: Kantonsärztin Yvonne Hummel hat die Bar geschlossen. Die Verfügung gilt, bis der Betreiber nachweisen kann, dass die Kontakterhebung und Weitergabe sichergestellt ist.

Testcenter der Aargauer Spitäler sind ausgelastet

Der Aargau hat am Freitag 144 Neuansteckungen für den Vortag gemeldet. Am Donnerstag meldete der Kanton 142 neue Fälle. Die Zahl der Todesfälle liegt in Aargau unverändert bei 58. Am Donnerstag wurden 26 Covid-Patientinnen im Spital behandelt; eine Person mehr als am Mittwoch. Zwei Patienten sind auf der Intensivstation.

Angesichts der rasch steigenden Zahlen empfiehlt die Covid-Taskforce des Bundesrates die flächendeckende und sofortige Einführung von Homeoffice und Maskenpflicht in Innenräumen. Der Aargauer Regierungsrat lässt sich von dieser Empfehlung nicht unter Druck setzen. «Wir informieren am Montagnachmittag über die neuen Massnahmen», sagt Gesundheitsdirektor Jean-Pierre Gallati.

«Wir sind daran, die Kapazitäten kontinuierlich zu er­höhen»

Letzte Woche wurden im Aargau 4961 Coronatests durchgeführt. Der Anteil positiver Tests lag bei 7,2 Prozent. Die Nachfrage nach Tests ist gross. Die meisten Spitäler im Aargau haben Testcenter eingerichtet. Am Kantonsspital Baden (KSB) können sich Personen mit Symp­tomen im Testcenter auf dem Dach des Parkhauses testen lassen. «Zum ersten Mal ist das Testcenter auch am Wochenende geöffnet», sagt Mediensprecher Omar Gisler.

Einen Termin für Samstag oder Sonntag zu buchen, ist am Freitagmittag aber bereits nicht mehr möglich. Der nächste freie Termin ist am Montag um 11 Uhr. «Das zeigt, dass die Nachfrage gross ist», sagt Gisler. «Wir sind daran, die Kapazitäten kontinuierlich zu er­höhen.» Aktuell sei geplant, die Öffnungszeiten zu verlängern. «Wir gehen davon aus, dass das spätestens per November möglich ist.»

An Aarauer Spitälern wird am Sonntag nicht getestet

Am Kantonsspital Aarau sieht es im Testcenter nicht anders aus. Am Freitagmittag war für Samstag noch ein Termin verfügbar, dann erst am Montag wieder. Am Sonntag werden keine Abstriche durchgeführt. Im Testcenter der Hirslanden Klinik in Aarau kann man sich aktuell nur von Montagnachmittag bis Donnerstag testen lassen.

Was soll man also tun, wenn man Symptome hat, aber kurzfristig keinen Termin für einen Test bekommt? Gisler rät, sich an den Hausarzt oder die Corona-Hotline zu wenden. «Allenfalls kann so eine Lösung für einen Test gefunden werden.»

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