«Die 1:12-Initiative ist nicht nur wirtschaftlich, sondern auch gesellschaftlich sinnvoll», sagt SP-Grossrat Kurt Emmenegger zum Auftakt des Abstimmungskampfes. Er wirft einen Blick zurück in die letzten Jahrzehnte und stellt fest: «Die Lohnexzesse werden immer drastischer. Während die Lohnspanne bei den grössten Schweizer Unternehmen in den 80ern noch 1:6 betrug, ist sie heute bei 1:93!» Emmenegger ist überzeugt, dass der wirtschaftliche Erfolg der Schweiz nicht mit den «Abzockerlöhnen» zu tun hat.

Aargauer Komitee für die 1:12-Initiative

Ihm schliesst sich Gertrud Häseli, Präsidentin der Grünen Aargau, an. «Das Verhältnis von 1 zu 12 bietet einen vernünftigen Rahmen für den Lohn. In dieser Spanne findet sich für jede Arbeit einen angebrachten Lohn», sagt sie. Sie kritisiert die aktuelle Praxis als «Casino-Mentalität», bei der sich einige wenige bereicherten.

«Eine Schweinerei»

Den Schlusspunkt setzt Juso-Präsident Sascha Antenen. Es sei eine Schweinerei, was sie die Banken und Versicherungen erlaubten. „Unsere Produktivität nimmt seit Jahrzehnten zu - doch auf die Löhne von uns Normalverdienern wirkt sich das nicht aus. Nur die Leute in den Chefetagen profitieren davon.»

Symbolisch verteilte das Komitee anschliessend Stücke des «Lohnkuchens» an Passanten. Mit der Betonung darauf, dass «alle Stücke gleich gross sind». So verkündete auch die Glasur: «Lohnkuchen fair verteilen». Ob das Komitee die Bevölkerung zu überzeugen vermag, wird sich am 24. November an der Urne zeigen.