Auw

1,1 Millionen zu Unrecht erhalten: Ehemaliger Milchgold-Käser soll zehn Monate ins Gefängnis

Der ehemalige Käser der Milchgold Käse AG ist geständig. Der Fall ist vor dem Bezirksgericht Muri hängig.

Der ehemalige Käser der Milchgold Käse AG ist geständig. Der Fall ist vor dem Bezirksgericht Muri hängig.

Der Fall Milchgold kommt im abgekürzten Verfahren vor Gericht: Die Aargauer Staatsanwaltschaft beantragt eine teilbedingte Gefängnisstrafe von 30 Monaten. Der Beschuldigte ist geständig und mit der vorgeschlagenen Strafe einverstanden.

Die Aargauer Staatsanwaltschaft hat gegen den ehemaligen Geschäftsführer der Milchgold Käse AG mit Sitz in Auw Anklage im abgekürzten Verfahren erhoben. Sie wirft dem Käser gewerbsmässigen Betrug, Urkundenfälschung, gewerbsmässige Vergehen gegen das Landwirtschaftsgesetz und gewerbsmässigen betrügerischen Markengebrauch vor.

Der Beschuldigte sei geständig und anerkenne die ihm vorgehaltenen Sachverhalte vollumfänglich, schreibt die Staatsanwaltschaft in einer Mitteilung. Die Kantonale Staatsanwaltschaft beantragt eine Freiheitsstrafe von 30 Monaten, davon zehn Monate unbedingt sowie eine bedingte Geldstrafe von 30 Tagessätzen. Die Anklage im abgekürzten Verfahren ist am Bezirksgericht Muri hängig.

1,1 Millionen Franken Subventionen zu Unrecht erhalten

Die Staatsanwaltschaft wirft dem beschuldigten Käser vor, dass er zwischen 2012 und 2017 dem Bund absichtlich 68-mal eine höhere Menge an eingekaufter und verkäster Milch gemeldet hat, als dies tatsächlich der Fall war. Dadurch erhielt die Milchgold Käse AG zu hohe Verkäsungszulagen ausbezahlt. Insgesamt wurde in 1958 Einzelfällen eine höhere Milchmenge gemeldet, als die betreffenden Landwirte tatsächlich geliefert hatten, teilt die Staatsanwaltschaft mit.

Dadurch hat die Milchgold Käse AG insgesamt knapp 1,1 Millionen Franken Verkäsungszulagen zu Unrecht erhalten. Die zu viel erhaltenen Verkäsungszulagen hat die Milchgold Käse AG im August 2018 zurückbezahlt.

2000 Tonnen Emmentaler AOP produziert, der keiner war

Weiter wirft die Kantonale Staatsanwaltschaft dem Beschuldigten vor, zwischen 2012 und 2017 über 2000 Tonnen Käse unter der geschützten Ursprungsbezeichnung "Emmentaler AOP" produziert
und in Verkehr gebracht zu haben, obwohl bei der Produktion die Bestimmungen des Pflichtenhefts des Bundesamts für Landwirtschaft für Emmentaler AOP nicht eingehalten worden waren.

Laut Pflichtenheft darf die Milch bei der Verarbeitung höchstens 24 Stunden alt sein. Die Milchgold Käse AG hatte die Milch jedoch nicht täglich, sondern nur jeden zweiten Tag abholen lassen. 

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