SVP-Vorstoss

106'525 Franken im Durchschnitt: So viel verdienen die Angestellten beim Kanton Aargau

Angestellte der kantonalen Verwaltung verdienen 4,6 Prozent mehr als noch 2008. (Symbolbild)

Angestellte der kantonalen Verwaltung verdienen 4,6 Prozent mehr als noch 2008. (Symbolbild)

Der Regierungsrat legt in der Antwort auf einen Vorstoss von SVP-Grossrat Daniel Erich Aebi offen, wie viel die Angestellten beim Kanton im Durchschnitt verdienen.

Die Löhne der Staatsangestellten sorgen immer wieder für hitzige Diskussionen im Kantonsparlament: Während für die eine Seite im Rat klar ist, dass das Personal fürstlich entlöhnt wird, besteht für die andere Seite Korrekturbedarf nach oben. «Ein Hickhack», nennt es SVP-Ratsmitglied Daniel Erich Aebi. «Im Grossen Rat diskutieren wir jedes Jahr wieder über die Löhne, ohne die konkreten Zahlen zu kennen.»

In einer Interpellation verlangte er deshalb Klarheit: Die Regierung solle die durchschnittlichen Jahreslöhne der Mitarbeiter der kantonalen Verwaltung sowie der staatsnahen Betriebe offenlegen. «Immer wieder beklagt sich der Regierungsrat, er finde keine fähigen Leute, weil die Löhne nicht konkurrenzfähig seien. Umgekehrt stellt man in der Wirtschaft fest, dass Angestellte zur Verwaltung wechseln, da die öffentliche Hand viel höhere Löhne bezahlt», schrieb Aebi in seinem Vorstoss.

Im Durchschnitt 106'525 Franken

Aus der Liste, die der regierungsrätlichen Antwort angehängt ist, geht der durchschnittliche Lohn von Kantonspersonal und Lehrpersonen hervor: 106 525 Franken – das sind 4,6 Prozent mehr als noch 2008. Am tiefsten ist das Durchschnittseinkommen bei der Kantonspolizei (96 870 Franken), am höchsten bei der Staatskanzlei (121 307 Franken). Und auch zwischen den Departementen gibt es Unterschiede: Die Mitarbeiter im Departement Volkswirtschaft und Inneres verdienen im Durchschnitt 98 324 Franken, ihre Kolleginnen und Kollegen im Departement Finanzen und Ressourcen 116 985 Franken.

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Allerdings weist die Regierung in der Antwort darauf hin, dass der Vergleich über unterschiedliche Branchen und Unternehmensgrössen hinweg eine eingeschränkte Aussagekraft habe. «Nur schon in der kantonalen Verwaltung bestehen rund 90 inhaltlich sehr unterschiedliche Funktionen.»

Aus der Auflistung geht ausserdem hervor, wie sich die durchschnittlichen Löhne über die letzten zehn Jahre entwickelt haben. Gestiegen sind sie in allen Bereichen – doch nicht überall gleich stark. Gegenüber 2008 um rund 7,9 Prozent höher ist der Durchschnittswert in der Staatskanzlei; im Departement Gesundheit und Soziales (1,5 Prozent) sowie bei den Lehrpersonen (1,9 Prozent) kam es hingegen nur zu einer leichten Erhöhung.

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«Es braucht noch mehr Details»

Unterschiede gibt es auch bei den Betrieben mit kantonalen Beteiligungen: Der durchschnittliche Lohn im Kantonsspital Baden (93 263 Franken) liegt beispielsweise tiefer als jener in Aarau (101 392 Franken). Ein Umstand, der auch Daniel Erich Aebi aufgefallen ist. «Diese Diskrepanz wirft für mich Fragen auf.» Der SVP-Grossrat sagt aber auch: «Ob die Löhne der Kantonsangestellten zu hoch oder zu tief sind, lässt sich aufgrund dieser Zahlen noch nicht beurteilen. Dazu braucht es noch mehr Details.»

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