Grossratswahlen
1064 Kandidaten treten für 11 Parteien an – die SVP meldet sich als erste mit Wahlkampf-Slogan

1064 Kandidatinnen und Kandidaten bewerben sich um einen Sitz im Grossen Rat. Das sind etwas weniger als vor vier Jahren.

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Blick in den Saal des Grossen Rates.

Blick in den Saal des Grossen Rates.

Emanuel Freudiger

Gestern Mittag lief die Anmeldefrist für die Grossratswahlen am 23. Oktober ab. In den elf Bezirken kandidieren 369 Frauen und 695 Männer auf insgesamt 105 Listen für 11 Parteien bzw. Gruppierungen. Gegenüber den Wahlen vor vier Jahren ist das eine leichte Abnahme. Damals waren es 1100 Kandidaturen auf 121 Listen für 13 Parteien.

Die Schweizer Demokraten, die Piratenpartei und die IG Grundeinkommen treten dieses Jahr nicht mehr zu den Wahlen an. Neu dabei ist die «Lösungsorientierte Volksbewegung» LOVB, die allerdings nur in den Bezirken Baden und Muri antritt. Die Sozialliberale Bewegung SLB tritt in vier Bezirken an: Aarau, Kulm, Rheinfelden und Zofingen.

Alle bereits im Grossen Rat vertretenen Parteien haben in sämtlichen Bezirken eine Liste zustande gebracht:

  • SVP (mit heute 45 Grossratssitzen)
  • FDP (22)
  • SP (21)
  • CVP (18)
  • Grünen (10)
  • Grünliberalen (9)
  • BDP (6)
  • EVP (6)
  • EDU (2).

Allerdings haben auch die etablierten Parteien zum Teil nicht genügend Kandidaten gefunden, um überall volle Listen präsentieren zu können.

Im Bezirk Kulm zum Beispiel stellt die SP nur 6, die CVP sogar nur 3 von 9 möglichen Kandidaten. In sämtlichen Bezirken volle Listen präsentieren die SVP und die FDP.

Mit dem Ablauf der Meldefrist präsentierte die SVP am Montag auch als erste ihren Wahlkampfauftritt: «Fremd im eigenen Land? Schweizer Werte erhalten», heisst ihr Slogan. Kriminalität, Unsicherheit und Unordnung würden zunehmen, bewährte Schweizer Werte und die christliche Kultur gingen verloren, erklärt Parteipräsident Thomas Burgherr dazu.

Mehr Frauen kandidieren

Leicht gesteigert gegenüber den Wahlen vor vier Jahren hat sich der Frauenanteil an den Kandidierenden: Er liegt bei 34,7 Prozent, 2012 waren es 32,8 Prozent. Bemerkenswert ist die Altersspanne: Der jüngste Kandidat erreicht das Wahlrechtsalter 18 erst wenige Wochen vor dem Wahltermin, die älteste Kandidatin ist 82-jährig. Unter 30 sind 231 Kandidatinnen und Kandidaten, die grösste Altersgruppe stellen die 51- bis 60-Jährigen mit 286 Kandidatinnen und Kandidaten.

Die Wahlvorschläge wurden den gesetzlichen Bestimmungen entsprechend nummeriert. Dabei erfolgt die Nummerierung der Listen aufgrund des Stimmenanteils auf Kantonsebene bei den letzten Grossratswahlen:

SVP Liste 1, FDP 2, SP 3, CVP 4, Grüne 5, GLP 6, BDP 7, EVP 8, EDU 9, SLB 10.

Bei neu eingereichten Listen entscheidet grundsätzlich das Los über die die Zuteilung der Nummer. Da dieses Jahr nur eine Gruppierung erstmals zu den Grossratswahlen antritt, brauchte es keinen Losentscheid: Die LOVB erhält die Listennummer 11.

Die eingereichten Wahlvorschläge werden nun von der Staatskanzlei geprüft und bis zum 8. August bereinigt. Die definitive Fassung der Listen sowie die Namen aller Kandidierenden werden am 12. August bekannt gegeben und im Amtsblatt publiziert.