Der Vierfachmord von Rupperswil AG ist auch nach knapp zwei Monaten ungeklärt. Die Ermittlungsbehörden setzen nun eine Belohnung von 100'000 Franken für den entscheidenden Hinweis aus. Am Tatort wurden DNA-Spuren und Fingerabdrücke sichergestellt.

Die Ermittlungsbehörden informierten am Donnerstag in Schafisheim AG über den Stand der Ermittlungen des Vierfachmordes.

Vierfachmord Rupperswil: Staatsanwältin Barbara Loppacher informiert über den neusten Stand der Ermittlungen.

Staatsanwältin Barbara Loppacher informiert am 18. Februar 2016 über den neusten Stand der Ermittlungen zum Vierfachmord in Rupperswil.

Staatsanwälting Barbara Loppacher informiert über den Stand der Ermittlungen im Fall Rupperswil.

Opfer des Gewaltverbrechens vom 21. Dezember waren eine 48-jährige Frau, deren zwei Söhne im Alter von 13 und 19 Jahren sowie die 21-jährige Freundin des älteren Sohnes.

Philipp Umbricht, Leitender Oberstaatsanwalt des Kantons Aargau, sagte, das Gewaltverbrechen habe die Bevölkerung aufgeschreckt.

Es sei eine der schwersten Straftat, die in den letzten Jahrzehnten im Aargau verübt worden sei.

Die Staatsanwaltschaft stelle nach Rücksprache mit Justizdirektor Urs Hofmann eine Belohnung von 100'000 Franken für den entscheidenden Hinweis in Aussicht.

Die Hinweise würden anonym behandelt. Das Flugblatt in verschiedenen Sprachen mit dem Hinweis auf die Belohnung soll breit gestreut werden.

Es handle sich um die höchste je in der Schweiz von Behörden ausgesprochene Belohnung.

Der Betrag stehe auch für die Absicht der Strafverfolgungsbehörden, den Vierfachmord aufzuklären, hiess es. "Wir sind optimistisch, die Täter zu finden", sagte der Aargauer Kriminalpolizeichef Markus Gisin.

Vierfachmord Rupperswil: Markus Gisin, Chef der Kriminalpolizei Aargau, gibt Auskunft über die Ermittlungsstände und das weitere Vorgehen.

Vierfachmord Rupperswil: Markus Gisin, Chef der Kriminalpolizei Aargau, gibt Auskunft über die Ermittlungsstände und das weitere Vorgehen.

(Komplette Fassung von der Medienkonferenz am 18. Februar 2016)

Barbara Loppacher, leitende Staatsanwältin der Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau, führte aus, man habe sich bislang mit Informationen bewusst zurückgehalten. Es sei auch darum gegangen, weitere Spuren zu sichern.

DNA-Spuren und Fingerabdrücke im Haus

Die Spuren am Tatort seien wegen des vorsätzlich gelegten Feuers und der damit verbundenen Brand- und Russbelastung im Haus stark in Mitleidenschaft gezogen, sagte Gisin.

Es seien jedoch DNA-Spuren und Fingerabdrücke sichergestellt worden. Diese sollen höchstwahrscheinlich von der Täterschaft stammen.

Der Abgleich der Daten mit den entsprechenden Datenbanken im In- und Ausland ergaben noch keinen Treffer.

Vierfachmord Rupperswil: 100'000 Franken Belohnung ausgesetzt – Oberstaatsanwalt Philipp Umbricht erklärt die Strategie

Fall Rupperswil: 100'000 Franken Belohnung ausgesetzt

Der Kanton Aargau sucht im Fall vom Vierfachmord von Rupperswil weiterhin nach der Täterschaft. Dazu setzt der Kanton Aargau eine Belohnung von bis zu 100'000 Franken aus.

Die Abfragen in internationalen Datenbanken laufen noch. Ein Massen-DNA-Test sei aus rechtlichen Gründen nicht möglich, hiess es. Für einen solchen Test müsse die Personengruppe eingegrenzt werden können.

Die vier Opfer waren gemäss Angaben der Ermittlungsbehörden mit Kabelbindern und Klebeband gefesselt gewesen.

Alle Opfer wiesen Stich- oder Schnittverletzungen auf. Ein vorsätzlich gelegter Brand im Haus sollte die Spuren verwischen.

Kurz vor der Ermordung viel Geld abgehoben

Kurz vor ihrer Ermordung hatte die Frau zwei Mal Geldbeträge bezogen, und zwar um 9.51 Uhr bei einem Geldautomaten in Rupperswil und um 10.10 Uhr bei einer Bankfiliale in Wildegg. Danach fuhr die Frau wieder zurück in ihr Haus in Rupperswil.

Erstmals machte die Staatsanwaltschaft Angaben zur Höhe der Geldsumme. Insgesamt wurden 9850 Franken bezogen.

Diese Summe setzte sich aus sechs Mal 1000 Franken und je elf Mal 200, 100 sowie 50 Franken zusammen. Hinzu kamen 1000 Euro (zehn Mal 100 Euro).

Um 11.20 Uhr alarmierte ein Anwohner die Feuerwehr, weil aus dem Wohnhaus in einem Rupperswiler Quartier dichter Rauch drang.

Als die Atemschutztrupps der Feuerwehr das Haus durchsuchten, stiessen sie auf die vier Toten.

Die Kantonspolizei schloss bald ein Verbrechen nicht aus. Die Staatsanwaltschaft eröffnete ein Verfahren wegen mehrfacher vorsätzlicher Tötung.

Der Fahndungsaufruf der Kantonspolizei Aargau

Bisher 110 Einvernahmen

Bislang gingen 250 Hinweise aus der Bevölkerung ein. Sechs Personen stellten die Aufnahmen ihrer Dashcams zur Verfügung.

Aus dem weiteren Umfeld von Rupperswil sicherten die Ermittlungsbehörden rund fünf Terabyte Videomaterial aus Überwachungskameras. Die Auswertungen der Aufnahmen dauern an.

Rund 110 Personen aus dem näheren und weiteren Umfeld der Opfer wurden einvernommen. All diese Bemühungen brachten die Ermittlungen nicht entscheidend weiter.

Es seien bislang keine tatverdächtigen Personen in Haft, hiess es. Auch ein klares Motiv sei derzeit nicht erkennbar. Die Ermittlungen würden weiterhin in alle Richtungen geführt.

40-köpfige Sonderkommission im Einsatz

Der Kriminalpolizeichef Gisin sagte, man habe noch nie so viele Mitarbeitende für die Aufklärung eines Falls von ihren üblichen Aufgaben abgezogen.

Man arbeite rund um die Uhr, sieben Tage in der Woche. Die Sonderkommission zähle 40 Mitarbeitende, hinzu kämen weitere Fachleute aus der Schweiz und dem Ausland. (SDA)

Vierfachmord von Rupperswil: Zusammenfassung der Ereignisse

Vierfachmord von Rupperswil: Zusammenfassung der Ereignisse

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Grafik: Elia Diehl

CartoDB: Vierfachmord von Rupperswil

Zum Nachlesen: Unser Liveticker zur Medienkonferenz: 

Vierfachmord Rupperswil: Liveticker von Medienkonferenz am 18. Februar 2016