Sam Weber
100'000 Euro in TV-Show gewonnen: Jetzt spendet der Zofinger 10'000 Bäume für den Amazonas

Der Zofinger Sam Weber investiert einen Teil seines Fernsehshowgewinns in eine Aufforstungsaktion im peruanischen Amazonas.

Larissa Hunziker
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Zur Zeit seines Fernsehshowgewinns beschäftigten Sam Weber die Brände im Amazonas sehr.
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10'000 Bäume lässt Weber nun im Amazonas in Peru pflanzen.
Auf seinem Instagram-Account «sam.rogue» postet Sam Weber regelmässig Bilder von seinen Trainings.
Samuel Weber stammt aus Zofingen.

Zur Zeit seines Fernsehshowgewinns beschäftigten Sam Weber die Brände im Amazonas sehr.

ZVG

Anfang September war Sam Weber aus Zofingen praktisch auf einen Schlag um einen stolzen Batzen reicher. Der 24-jährige Medizinstudent gewann in der Pro7-Show «Renn zur Million» 100'000 Euro. In der Show musste Weber verschiedene Hindernisse kletternd, springend, laufend oder schwimmend überwinden. Mit dem Bewältigen jedes Hindernisses sicherte sich der passionierte Parkourläufer einen ansteigenden Geldbetrag.

Bereits kurz nach seinem Gewinn sagte Weber, was er zumindest mit einem Teil seines gewonnenen Gelds tun möchte. «Ich möchte 1000 Bäume im Amazonas pflanzen lassen», so Weber damals. Zur Zeit seiner Teilnahme bei der Fernsehshow beschäftigten ihn die Brände im Amazonasgebiet sehr.

10'000 Dollar an amerikanische Non-Profit-Organisation

Knapp vier Monate später hat er seine Ankündigung nun wahr gemacht, wenn auch nicht im gleichen Umfang. Denn Weber beschloss, statt der 1000 gleich 10 000 Bäume pflanzen zu lassen. Dazu spendete er letzte Woche am Freitag der amerikanischen Non-Profit-Organisation «One Tree Planted» einen Betrag von 10 000 Dollar. Mit diesem Geld wird die Organisation nun im Amazonasgebiet von Peru 10 000 Bäume pflanzen lassen. Mit «One Tree Planted» arbeitet auch das Schweizer Modelabel «Nikin» zusammen, dessen Gründer Nicholas Hänny im November zum Aargauer des Jahres 2019 gekürt wurde.

Weber hat ausgerechnet, dass «seine» Bäume, mit denen eine Fläche von etwa zehn Hektaren wieder aufgeforstet wird, zirka 2000 Tonnen CO2 kompensieren werden. «Ich verursache jährlich etwa 10 Tonnen CO2, da ich meine Reisen mit dem Flugzeug unternehme. Aufgrund der Zahlen könnte ich jetzt also 200 Jahre lang so leben und wäre immer noch CO2-neutral.»

Der Medizinstudent, der aktuell ein Praktikum in einer psychiatrischen Klinik absolviert, will sich mit dieser Aktion nicht selber darstellen. «Mir geht es darum, zu zeigen, dass man auch mit kleinen Dingen etwas bewegen kann. Nicht jeder muss so viel spenden wie ich, auch kleine Schritte zählen.»

Nachgefragt bei Patrick Hofstetter, Klimaschutzexperte beim WWF Schweiz

Wie sinnvoll sind CO2-Kompensationen mittels Aufforstungsaktionen?

Patrick Hofstetter: Grundsätzlich sind solche Aufforstungsaktionen eine gute Sache. Damit nachhaltig CO2 zu kompensieren, ist aber eher schwierig. Die Lebensdauer des Walds ist nicht gesichert, er könnte wieder abbrennen oder wieder abgeholzt werden, weil Felder oder Holz benötigt werden. Alles in allem ist dies also eine unsichere Variante zur CO2-Kompensation.

Was wäre eine nachhaltige Art, CO2 zu kompensieren?

Über Organisationen oder Stiftungen wie «myclimate» kann man zum Beispiel Projekte mit erneuerbaren Energien finanzieren, um so das Verbrennen von Gas, Öl oder Kohle zu reduzieren und damit CO2 zu kompensieren. Es ist sogar möglich, Kompensationsprojekte in der Schweiz zu unterstützen. Dies ist zwar die teuerste, aber auch die sicherste Methode für eine langfristige Kompensation.

Meine Kollegin will unbedingt die Malediven besuchen, dazu müssen wir fliegen. Wie gleiche ich das danach am besten wieder aus?

Eine Flugreise auf die Malediven verursacht etwa 2,5 Tonnen CO2. Das ist gleich viel pro Jahr, wie wenn man eine Ölheizung hat oder ausgiebig Auto fährt. Um das wieder auszugleichen, müsste man also die Heizung auf Fernwärme, Wärmepumpe, Holz oder Solar umstellen, oder das eigene Auto verkaufen und auf Zug ergänzt mit Mobility umstellen oder den Verzehr tierischer Produkte drastisch reduzieren.

Wenn ich nur einmal in der Woche aufs Autofahren verzichte, nützt das überhaupt etwas?

Es zeigt, dass die Problematik erkannt wurde. Es ist fürs Klima sicher besser, einmal pro Woche Velo zu fahren oder den Bus zu nehmen, anstatt Plastiksäckli auszuwaschen und wiederzuverwenden. Aber natürlich zählt jeder Schritt.

Wie kann man auch mit wenig Geld etwas gegen den CO2-Verbrauch unserer Gesellschaft ausrichten?

Klimafreundlich wählen und abstimmen ist gratis und somit die günstigste Methode, etwas fürs Klima zu tun. So können Rahmenbedingungen und Infrastrukturen geschaffen werden, die helfen, sich automatisch klimaverträglich zu verhalten und damit das Klima nachhaltig zu schützen.

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