Bundesgericht

10 Tonnen beschädigte Schokolade: Versicherung verklagt lettische Transportfirma

Mehr als zehn Tonnen Schokolade wurde laut Käufer beschädigt und ungeniessbar angeliefert. (Symbolbild)

Mehr als zehn Tonnen Schokolade wurde laut Käufer beschädigt und ungeniessbar angeliefert. (Symbolbild)

Nachdem ein Unternehmen mehr als zehn Tonnen beschädigte oder ungeniessbare Schokolade geliefert erhielt, verklagte ihre Versicherung das Transportunternehmen – und forderte über 100'000 Franken Entschädigung. Der Fall wurde nun vom Bundesgericht behandelt.

35 Einwegpaletten Schokolade mit einem Gewicht von rund zehn Tonnen sollten ab Werk zum Käufer transportiert werden. Dafür organisierte der Hersteller eine Transportfirma, die den Auftrag weitergab, bis schlussendlich eine lettische Firma den Schoggi-Verlad ausführen liess. 

Doch der Käufer erlebte bei Ankunft der Süssigkeit eine böse Überraschung. Die Ware war für den Lebensmittelgebrauch und für den Verkauf vollständig unbrauchbar: Laut Versicherung war sie beschädigt worden und schlecht erhalten. Ein Teil der Lieferung kam erst gar nicht am Zielort an. Im Sommer 2016 erhob die Versicherung Klage beim Aargauer Handelsgericht und forderte von der lettischen Transportfirma einen Schadensersatz von über 100'000 Franken.

Fehlende Beweise

Das Handelsgericht wies die  Klage ab, da die Versicherung den entstandenen Schaden nicht ausreichend beweisen konnte. "Einer detaillierten Darstellung, welche Palette mit welchen Produkten welche Beschädigungen aufweist, fehlt", schrieb das Gericht in seinem Urteil. Damit war die Versicherung, die einen Totalschaden der Lieferung geltend machen wollte, gar nicht zufrieden. 

Sie zog den Fall vors Bundesgericht und beschuldigte das Aargauer Handelsgericht sinngemäss, überhöhte Beweisanforderungen zu haben. Ausserdem sei der Schaden von einem Experten beurteilt worden, der zum Schluss kam, die Ladung sei "nicht mehr verkehrsfähig, nicht mehr verkäuflich und nicht mehr verzehrbar". 

In nun veröffentlichten Urteil schreibt das Bundesgericht, dass aus den Begründungen nicht ersichtlich werde, warum die gesamte Schokoladenladung unbrauchbar sei. Auch die Summe des geforderten Schadensersatzes sowie der Vorwurf, dass das Handelsgericht zu hohe Beweisanforderungen habe, könne die Beschwerdeführerin nicht stichhaltig nachweisen. 

Die Versicherung muss die Gerichtskosten von 5000 Franken zahlen und die lettische Transportfirma mit 6000 Franken entschädigen. 

Urteil: 4A_261/2017

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