Bezirksgericht Zofingen

10 Jahre Landesverweis und 21 Monate Gefängnis für Nebenmann von kosovarischer Diebesbande

Der Einbrecher muss die Schweiz und den Schengenraum für 10 Jahre verlassen. (Symbolbild)

Der Einbrecher muss die Schweiz und den Schengenraum für 10 Jahre verlassen. (Symbolbild)

Das Bezirksgericht Zofingen verurteilte den Fahrer einer kosovarischen Diebesbande – der akzepierte die Strafe. Er hatte zuvor kooperiert.

Drei Einbruchdiebstähle gehen auf das Konto des 28-jährigen Mannes, der sich am Donnerstag vor dem Bezirksgericht Zofingen verantworten musste. Zusammen mit zwei anderen Kosovaren war er im Januar und Februar 2018 auf einer Diebestour durch den Aargau unterwegs gewesen und fungierte dabei als Fahrer. Die Kriminaltouristen brachen in eine Wohnung und zwei Doppelhaushälften ein, wo sie Deliktgut in der Höhe von rund 13 000 Franken erbeuteten – darunter Bargeld, Goldvreneli, Schmuck, Uhren, Kosmetikartikel und eine Fotoausrüstung. Die Summe wollten die Männer unter sich aufteilen. Geplant war ein weiterer Einbruch. Dieser misslang jedoch, weil die Diebe dabei von der Bewohnerin der Wohnung überrascht wurden und die Flucht ergriffen.

Die Staatsanwaltschaft legte dem Mann gewerbs- und bandenmässigen Diebstahl zur Last sowie Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung. Verantworten muss er sich zudem wegen mehrfachem Verweisungsbruch und rechtswidriger Einreise: Er hätte gar nicht in die Schweiz kommen dürfen, weil ihm das Bundesamt für Migration vor zwei Jahren eine Einreisesperre auferlegt hatte.

«Alles, was in der Anklageschrift steht, stimmt», sagte der Beschuldigte, der in Fussfesseln vor Gericht erschien. «Was ich getan habe, tut mir leid.» Er entschuldigte sich gleichzeitig für sein gebrochenes Deutsch: Er habe die Sprache erst im Gefängnis gelernt, wo er seit über einem Jahr in U-Haft sitzt. Zum Tathergang wurde er vor Gericht nicht nochmals befragt: Es handelte sich um ein abgekürztes Verfahren. Dieses kann ein Beschuldigter beantragen, wenn die von der Staatsanwaltschaft geforderte Haftstrafe unter fünf Jahren liegt und er die Vorwürfe nicht bestreitet, die gegen ihn gerichtet sind.

Der Urteilsvorschlag der Staatsanwaltschaft lag bei 21 Monaten Haft und einem zehnjährigen Landesverweis, inklusive Schengenraum. «Er ist eine reine Nebenfigur in diesem Fall», sagte Staatsanwalt Simon Burger und kam auf die anderen beiden Täter zu sprechen, gegen die separat noch ein Verfahren läuft. Sie führten schon Einbrüche durch, ehe der Beschuldigte zur Gruppe stiess. Damals arbeiteten sie noch mit einem anderen Fahrer zusammen. Als sich der Beschuldigte den Dieben anschloss, übernahm er diese Rolle. «Er musste in die Bresche springen», sagte Simon Burger. «Er war früh geständig und hat kooperiert.» Darauf verwies auch die Verteidigerin des Mannes. «Er zeigt sich reuig und ist mit der Sanktion einverstanden.»

Das Gericht hiess den Urteilsvorschlag schliesslich gut: Der Kriminaltourist muss für 21 Monate ins Gefängnis, wobei ihm 407 Tage U-Haft angerechnet werden. Zudem wird er für zehn Jahre der Schweiz und des Schengenraums verwiesen.

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