Argovia Fäscht
1 Tor, 2 Hosenlose, 7 Acts und 30'000 Fans – die grösste Aargauer Party in Zahlen

Das Schweizer Tor am grössten Public Viewing der Schweiz, Baschi in Unterhosen und Redfoo mit seinem bunten Outfit. Wir schauen auf das Argovia Fäscht 2016 zurück und präsentieren Ihnen die Highlights – in Zahlen.

Flavia Bonanomi
Merken
Drucken
Teilen

Man könnte von dem Fest berichten, wie man von jedem Fest berichtet: Es war schön, die Leute waren nett, die Musiker waren gut. Doch weil das Argovia Fäscht das erste grosse Open Air des Jahres und das grösste im Aargau ist, wollen wir vom Argovia Fäscht auch nicht berichten wie von jedem anderen Festival: Wir versuchen, Ihnen einen Überblick darüber zu geben, aus welchen Gründen und in welchem Masse das Argovia Fäscht eben das beste Fäscht des Jahres ist. Deshalb ordnen wir die musikalischen Highlights und Tiefpunkte in einer Aufzählung.

Hautnah dabei am Baschi-Konzert
55 Bilder
Könnt ihr noch lauter?
Ein Star zum Anfassen
Baschi: «Ich war im Delirium»
Baschi im Delirium und die Fans im Freudentaumel: Die besten Momente des «Argovia Fäscht» 2016
Schweiz- und Musik-Fans kamen am diesjährigen Argovia Fäscht auf ihre Kosten
Und auch die Kleinen...
Die Stimmung war gut
Party überall
Das Publikum ist begeistert
Hasenohren
Bligg feiert mit der Argovia-Crowd
Der Inbegriff von Coolness
Den Mädels gefällts
Bligg und Band
Das Publikum klatscht mit
Bligg hat Spass während seinem Auftritt
5055878
Redfoo
Die Nacht ist über dem Birrfeld hereingebrochen
Madcon
Jung und weiblich: die erste Reihe am Madcon-Konzert.
Bis in die Nacht hinein: Die Besucher feiern auf dem Birrfeld.
Bligg bringt das ArgoviaFäscht zum Kochen
Vor seinem Auftritt stellt sich Bligg den Fragen der Journalisten.
Baschi
Joris rockt das Birrfeld.
Joris in seinem Element
Zwei treue ArgoviaFäscht-Besucher.
Trauffer macht den musikalischen Auftakt
Die Stimmung könnte besser nicht sein.
Kritische Blicke während des EM-Spiels
Das grösste Public Viewing der Schweiz
Noch gilt die Aufmerksamkeit dem Fussball.
Mitfiebern mit der Schweiz
Die Schlammschlacht scheint programmiert.
Die Schlammschlacht scheint programmiert.
Sie haben den Platz in der ersten Reihe auf sicher.
Die ersten Interview-Gäste sind gefunden.
Blau Hüte für die Besucher
Am Freitag startete das Argovia Fäscht mit dem Beizli Fäscht
Mit dem Selfie-Stick ready für das Festival
Auch die Kleinen wollen verpflegt sein.
Piraten-Bande
Erste Besucher
Genaue Kontrolle beim Einlass

Hautnah dabei am Baschi-Konzert

André Albrecht

1 Tor schoss die Schweiz gegen Albanien

Das gab diversen Acts die Möglichkeit, das Publikum zusätzlich zum Mitmachen zu animieren. Baschi, der mit «Bring en hei» an der EM 2008 den ultimativen Schweizer Fussball-Song geschrieben hat, ist überzeugt, dass die Nati bis in die Viertelfinals kommt, und dem Publikum entlockt er gar tosenden Jubel, als er fragt, wer Europameister werde.

Und Joris, der aus Deutschland angereist ist (was er übrigens noch zwei Mal tut diesen Festival-Sommer: Er wird am Gurtenfestival und am St. Gallen-Festival zu sehen sein), punktet mit einem freundlichen «Komm, Schweiz! Ihr habt heute gewonnen!» gerade als Nicht-Schweizer.

Die Eins steht auch für den einzigen Act, der an diesem Abend nicht wie geplant aufgetreten ist: Der prognostizierte Regen machte den Festival-Betreibern einen gehörigen Strich durch die Rechnung, obwohl er am Ende praktisch ausblieb. Das gelegentliche Tröpfeln war vielleicht sogar eine willkommene Abkühlung an dem Abend; noch um 3 Uhr morgens konnte man problemlos in einer leichten Jacke nach Hause schlendern (oder stolpern).

2 Hosenlose standen am Ende oder während ihres Auftritts auf der Bühne

Neben Baschi, der mit wohltuend untrainiertem Körper den Sommer einläutet und am Ende nur noch mit einem Plastiksack bekleidet ist...

...zieht sich auch Redfoo, der letzte Act des Abends, aus: Der Amerikaner, der mit seiner Party Rock Crew unterwegs war und sonst auch als Teil von LMFAO bekannt ist, kennt scheinbar keine Grenzen. Bei seinem Auftritt, der so farbenfroh war wie die Geburtstagsparty eines sechsjährigen Mädchens, tanzen Profis durcheinander, Redfoo selbst performt wie immer in der glaslosen Sonnenbrille, mit unbändigem Afro und grenzenloser Energie.

Und die Zwei steht auch für Redfoo und Madcon, die einzigen beiden Acts, die sich leicht verspäten – bei einem Fest von der Grösse des Argovia Fäschts ist der organisatorische Aufwand beträchtlich. Dass von sieben Musikern alle bis auf zwei auf die Minute genau pünktlich sind, ist beachtlich.

Und dass neben Redfoo, der dafür grosszügig überzieht, auch Madcon zu spät auftreten, sei ihnen verziehen: Die Norweger, deren 2015-Sommerhit «Don’t Worry» ein Ohrwurm sondergleichen ist, haben ein breites Grinsen auf dem Gesicht und lassen auch mal ihren Background-Sängerinnen den Vortritt. Diese sind nämlich auch begeisterte Tänzerinnen. Charmant und gut gelaunt singen sich Madcon in die Herzen des Publikums.

7 Acts hängen sich an dem Abend voll rein

Während Baschi wortwörtlich vollen Körpereinsatz leistet und Redfoo und Madcon die Kunst des Unterhaltens perfektionieren, mahnt Rapper Bligg auch zu Gemeinschaftssinn: Der Schwamendinger hält nichts von Kantönligeist. Nein, wichtig ist die Zusammengehörigkeit – nach dem Motto «Vereinen» anstatt «Trennen». Auch musikalisch weiss der Musiker wo es langgehen soll: Er und die Band läuten mit dem Argovia Fäscht ihre «Instinkt»-Tour ein und bringen deshalb Neues, auch für die hartgesottenen Fans, die drangeblieben sind nach seinem erfolgreichsten Album «0816». Doch er holt auch die Fans der ersten Stunde ab: Mit «Rosalie» zum Beispiel.

Die Schweizer Band Hecht, die 2013 die Swiss Music Awards gewonnen und mit «Adam und Eva» gerade sowohl einen Hit wie auch ein vielversprechendes Album veröffentlicht haben, entpuppt sich als Unterhaltungskiste. Sowohl im Backstage-Interview wie auch auf der Bühne sind sie gut gelaunt und bei der Sache; und lassen auf noch viel mehr hoffen. Denn wo Qualität ist, ist eine Zukunft. Und die haben Hecht.

Auch Joris war voll dabei; obwohl anfangs nicht so recht Stimmung aufkommen will, bleibt der 26-jährige Deutsche beharrlich (was man seiner Stimme am Ende auch anhörte) und hob ab, wie es sein Song «Wie ein Feuerwerk» verspricht. Auch Joris wurde bereits höchstinstanzlich zum Musik-Ritter geschlagen: Drei Echos nahm er dieses Jahr nach Hause. Auch wenn ihn das nicht den Verstand verlieren lässt, freut er sich – und sorgt dafür, dass sich das Publikum mit ihm freut.

Der erste Act des Abends ist Trauffer: Der Berner Oberländer, dem man kaum abnehmen will, dass er wirklich immer so gut gelaunt ist, versteht es, dem Aargau einzuheizen: Ein bisschen Anstacheln der kantonalen Identität, ein bisschen Mitsingen und das Argovia-Publikum gehört ihm voll und ganz. Der Holzkühe-Schnitzer, der nicht so recht daran glaubt, dass sein Erfolg sich noch Jahrzehnte hält, wurde für sein letztes Album «Heiterefahne» mit Platin ausgezeichnet. Was zeigen dürfte, dass er wohl falsch liegt – und man ihn nicht so schnell wieder loswird.

30'000 Leute genossen am Samstag das 22. Argovia Fäscht

Nach einem erfolgreichen EM-Auftakt, bei dem sich der Platz vor der Bühne langsam füllte, genoss ein gut durchmischtes und gut gelauntes Publikum einen Abend lang voller Freude.

Denn dass Musiker gut sind, wenn sie auf der Bühne stehen, verdanken sie schlussendlich denen, die ihnen zuhören und zusehen. Und das tun die Aargauer am Argovia Fäscht – jedes Jahr.

Für alle, die nicht dabei waren hier der Festival-Ticker zum Nachlesen: