1.-Mai-Anlässe im Aargau abgesagt

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Gewerkschaften Aufgrund der Corona-Krise hat der Schweizerische Gewerkschaftsbund gestern Montag entschieden, sämtliche Demonstrationen und ­Versammlungen am 1. Mai abzusagen. Der Aargauische Gewerkschaftsbund (AGB) trägt diese Entscheidung zum Tag der Arbeit mit, wie er in einer Mitteilung schreib. Der historisch einmalige Schritt sei schmerzhaft, aber angesichts der aktuellen Pandemie unausweichlich. «Der 1. Mai wird mit Sicherheit eine einjährige Pause überstehen», wird Albi Gassmann vom 1.-Mai-Komitee Fricktal, zitiert.

«Wir werden in den kommenden Tagen mit den Komitees im Aargau prüfen, mit welchen anderen Formen wir die wichtigen Anliegen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer an die Bevölkerung bringen», so AGB-Präsident Florian Vock. Die Zeitung zum Tag der Arbeit werde in jedem Fall produziert, ergänzt Vock.

Ein besonderer Fokus muss aus Vocks Sicht, neben Angestellten, die unter Lohnausfällen und Kurzarbeit leiden, «auf den Arbeitsbedingungen jener liegen, die jetzt beklatscht und von allen Seiten als systemrelevant bezeichnet werden». Schon jetzt zeichne sich ab, dass befristet Beschäftigte und eher schlechter bezahlte Angestellte betroffen seien. So gehe es um Berufe im Service public, im Detailhandel, in der Reinigung, bei Beratungsstellen, im Sozialbereich, oder bei der Kinderbetreuung.

VPOD-Regionalleiterin Silvia Dell’Aquila hält fest: «Es nützt nichts, dem Gesundheitspersonal öffentlich zu applaudieren und ihm zugleich den elementaren Gesundheitsschutz zu verwehren.» Erst nach der Krise werde sich zeigen, «wie viel Wertschätzung für all die Menschen in den Berufen, die unser System zurzeit am Laufen halten, noch vorhanden ist». (fh)

Kasten:

Im Aargau vorgesehen und bereits vorbereitet waren folgende 1.-Mai-Feiern: Vorabendfeier (30. April) des Bezirks Kulm in Unterkulm. Feiern am 1. Mai in Aarau, Baden, Brugg, Lenzburg, Zofingen, Stein (Fricktal) und Wohlen (Freiamt).