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1.-August-Feuerwerke trotz Trockenheit: Feuerwehren schieben Pikett-Dienste

Raketen, Vulkane und Feuertöpfe dürfen am 1. August im Aargau auch von Privaten gezündet werden – der Sicherheitsabstand zum Wald muss aber 200 Meter betragen. Feuerwerkfirmen sind erleichtert. Für Feuerwehrleute bedeutet das aber Mehraufwand.

Fabian Hägler
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Die Trockenheit im Aargau
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Der trockenste Ort im Land: In Döttingen fiel zwischen dem 14. Juni und dem 20. Juli kein Tropfen Regen. Damit war die Zurzibieter Gemeinde der trockenste Ort der Schweiz. Bei einem Besuch von Tele M1 zeigte sich: Besonders die Bauern haben damit zu kämpfen. 600 000 Liter Wasser muss Landwirt Otto Zimmermann täglich auf seine Felder spritzen. Würde er nicht bewässern, wäre seine Kartoffelernte kaputt.
Tote Fische in der Sissle: Über 10000 Alet, Elritzen, Forellen und Schmerlen wurden vor zwei Wochen aus der Sissle im Fricktal in den Rhein umgesetzt. Für die Tiere war das Wasser im Bach zu warm und die Sauerstoffkonzentration zu niedrig geworden. Doch nicht alle konnten gerettet werden: Weil der Bach in den folgenden Tagen fast völlig austrocknete, verendeten einige Fische.
Wasser aus der Bünz: Durch die Niederschläge am Wochenende hat sich die Lage entspannt, der Pegel der Bünz liegt über den Grenzwerten, darum ist die Wasserentnahme für Bauern weiterhin erlaubt. «Allerdings ist die Marge klein, wir werden wohl am Mittwoch eine neue Beurteilung vornehmen müssen», sagt Simon Werne, Projektleiter Gewässernutzung beim Kanton.
Entenflöhe: An den heissen Wochenenden herrschte Parkplatznot am Hallwilersee, zudem vermehrten sich die Entenflöhe massenhaft. Am schlimmsten ist die Plage beim «Zopf», der Kiesbank, die unterhalb des Hotels Delphin in Meisterschwanden in den See ragt. Die Para-siten befallen auch Menschen, ihre Larven bohren sich in die Haut, sterben dabei ab, verursachen aber heftigen Juckreiz und entzündete Wunden.

Die Trockenheit im Aargau

WAL/Archiv

Toni Bussmann, Inhaber und Geschäftsführer der Feuerwerkfirma Bugano in Neudorf LU, nur wenige Kilometer von Menziken entfernt, hält den Entscheid der Aargauer Behörden, Feuerwerk – wenn auch nur in einem begrenzten Rahmen – zuzulassen, für verhältnismässig. «Nach den Regenfällen der letzten Tage hat sich die Lage etwas entspannt, zudem sind für Mittwoch und Donnerstag weitere Niederschläge angekündigt», sagt er.

Um die Brandgefahr durch nicht vollständig erloschene Feuerwerkskörper zu reduzieren, reiche es, wenn der Boden oberflächlich feucht sei. Auch den festgelegten 200-Metter-Abstand zum Wald hält Bussmann für ausreichend. «Es gibt keine Rakete, die von Privaten gezündet werden darf und 200 Meter weit fliegt», sagt der Feuerwerk-Experte.

Feuerwehr steht auf Pikett

Joe Habermacher, Präsident des Aargauischen Feuerwehrverbands, begrüsst den Entscheid des Kantons. «Es ist ein gut schweizerischer Kompromiss, mit dem auch die Feuerwehr leben kann», sagt er.

Habermacher hofft, dass sich die Bevölkerung an die Beschränkungen hält. «Werden die Anordnungen des Kantons befolgt, können Augustfeuer und Feuerwerk relativ gefahrlos stattfinden.» Für viele Menschen gehöre beides einfach zum 1. August, auch deshalb hätte ein vollständiges Verbot wohl zu einigem Unmut geführt.

Für die Feuerwehr bringt der Entscheid des Kantons allerdings mehr Aufwand mit sich: «An vielen Orten im Kanton werden unsere Leute die Feuer beaufsichtigen oder auf Pikett bereitstehen, um bei allfälligen Bränden sofort einzugreifen», sagt Habermacher.

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