Alkoholgrenze
0,1 Promille für Feuerwehrleute: Guhl warnt vor hohen Kosten

Soll für Feuerwehrleute die Nulltoleranz gelten? BDP-Nationalrat Bernhard Guhl setzt sich für die Feuerwehrleute ein – bislang mit Erfolg. Würde die neue Vorgabe für Feuerwehrleute im Einsatz umgesetzt, kostete dies die Gemeinden viel Geld.

Manuel Bühlmann
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BDP-Nationalrat Bernhard Guhl ist selber aktiver Feuerwehrmann.

BDP-Nationalrat Bernhard Guhl ist selber aktiver Feuerwehrmann.

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Die Freude am Feierabendbier ist den Feuerwehrleuten stark getrübt worden: Die auf Anfang 2014 eingeführte 0,1-Promille-Grenze gilt nicht nur für Neulenker, Fahrschüler und Berufschauffeure, sondern auch für Lenker von Feuerwehrfahrzeugen. Faktisch gilt für sie damit die Nulltoleranz.

Dagegen wehrte sich der Aargauer BDP-Nationalrat und Feuerwehrmann Bernhard Guhl mit zwei Motionen – bislang mit Erfolg. Das Parlament beauftragte den Bund, die Alkohollimite wieder auf 0,5 Promille zu erhöhen. Definitiv beschlossen ist aber noch nichts; die entsprechende Änderung der Verkehrsregelverordnung ist noch bis zum 16. Oktober in der Anhörung.

28 Millionen Franken Kosten

Nun rechnet Guhl vor, wie viel die Umsetzung der neuen Regelung im Aargau kosten würde: 28 Millionen Franken. Der Grund für den hohen Betrag: Die rund 130 Feuerwehren im Kanton müssten einen Pikettdienst einrichten – 365 Tage im Jahr.

Guhl geht davon aus, dass die 0,1 Promille für alle Fahrer gelten, also auch für jene, die das Mannschafts- oder das Verkehrsfahrzeug an den Brandort fahren. Deshalb müssten sich bis zu 10 Personen pro Feuerwehr rund um die Uhr komplett nüchtern einsatzbereit halten.

Ohne Entschädigung könne dies von einer Milizorganisation nicht verlangt werden, sagt Guhl. Bei einem eher tiefen Betrag von 60 Franken pro Tag schätzt er die jährlich wiederkehrenden Kosten auf 28 Millionen Franken.

«Die Alternative wäre, mehr Fahrer zu suchen und auszubilden – doch auch das ginge ins Geld.» Bis jetzt hingegen seien die freiwilligen Feuerwehrleute «gratis und franko» verfügbar und motiviert.

Auch für Joe Habermacher, Präsident des Aargauischen Feuerwehrverbands, steht fest: Würde die aktuell gültige Regelung tatsächlich umgesetzt, müssten alle Feuerwehren einen Pikettdienst einrichten. Wie dieser aussehen sollte, müsste jedoch erst noch festgelegt werden. «Kostenlos wäre diese Leistung aber sicher nicht zu haben.»

Für Milizfeuerwehr unmöglich

Habermacher geht allerdings davon aus, dass die Grenze wieder von 0,1 auf 0,5 Promille erhöht wird. «Ansonsten verstehe ich die Welt nicht mehr. Dann würden wir sicher auf die Barrikaden gehen.»

Mit einer Milizfeuerwehr sei die neue Regelung schlicht unrealistisch. Und: Grundsätzlich werden die Fahrer von Feuerwehrfahrzeugen nach ihrer Eignung und Verlässlichkeit ausgewählt. Man unterschätzt hier ihre Eigenverantwortung gewaltig.»

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