Das Komitee unterstützt die Investitionspläne des Bundes, vermisst in seiner Vorlage aber das «Herzstück» des Bahnausbaus. Es will die Bahn-2000-Neubaustrecke Mattstetten–Rothrist bis Zürich Altstetten fortsetzen.

Der Bund will im Step 2030/35 im Mittelland keinen grossen Ausbau realisieren, dafür das Angebot «systematisieren». Mittlerweise existieren mehrere Ausbauvarianten.Foto: Key/Grafik: Marco Tancredi

Der Bund will im Step 2030/35 im Mittelland keinen grossen Ausbau realisieren, dafür das Angebot «systematisieren». Mittlerweise existieren mehrere Ausbauvarianten.Foto: Key/Grafik: Marco Tancredi

Die Fahrzeit eines Intercitys von Bern nach Zürich würde damit von 56 auf 42 Minuten, jene der Neigezüge Biel–Zürich von 70 auf 53 sinken. Der Vorteil, so das Komitee: Olten wäre umfahren, die alte Linie wäre künftig den Interregio-, S-Bahn-und Güterzügen vorbehalten. Die Kapazität einer Strecke Roggwil–Altstetten für 200 km/h liege erheblich über jener einer 6-spurigen A1.

Die Strecke wäre bedeutend schneller. Aber braucht es sie wirklich? Der Solothurner Nationalrat und Mitglied der Verkehrskommission, Kurt Fluri, ist davon überzeugt: «Der Engpass dem Jura entlang besteht. Olten und Aarau bleiben Engpässe. Wir müssen diese beseitigen.» Aber was hätte der Aargau als viertgrösster Kanton davon, wenn er durchfahren wird? Das hätte den Vorteil für die Stammstrecke zwischen Olten und Zürich, so Fluri, «dass die heute knappen Trassen nicht mehr von Intercity-Zügen belastet werden, somit Platz frei wird für mehr Interregio- und S-Bahn-Verbindungen.»

Aber brächte eine weitere Neubaustrecke zusätzlich zur Stammstrecke nicht viel neue Unterhaltskosten? Das lasse sich nicht vermeiden, sagt Fluri. Diese Strecke mit einem Abzweiger nach Olten lohne sich aber langfristig, ist er überzeugt. Und wie sieht er das zeitlich? Im Ausbauschritt 2030/35 sei dieses Projekt noch nicht realisierbar, so der Verkehrspolitiker Fluri, aber: «Wir müssen die Projektkosten dafür in diesen Ausbauschritt hineinnehmen. Danach wissen wir auch, was es kostet.» Käme denn diese Neubaustrecke angesichts raschen Passagierwachstums nicht zu spät? Es seien ja Übergangsmassnahmen geplant, betont Fluri: «Uns bleibt kein anderer Weg, als die Verkehrsinfrastruktur fortlaufend zu verbessern. Da wir strassenseitig ans Limit stossen, gilt es längerfristig vorab auf den Bahnausbau zu setzen, der auch weniger Land verbraucht.»

Prominentes Komitee

Das Komitee «Bahn 2000 plus» besteht vorab aus pensionierten Bahnchefs und -spezialisten. Unter ihnen sind Prominente wie der ehemalige Präsident der SBB-Generaldirektion, Hans Eisenring, der ehemalige Direktor BLS Lötschbergbahn, Martin Josi, die früheren Regierungsräte Ruedi Jeker (ZH) und Hans Martin Tschudi (BS), der frühere «NZZ»-Redaktor Hans Bosshard, der bereits zitierte Nationalrat Kurt Fluri, und weitere Personen.