Eine neue Studie der Neuen Aargauer Bank NAB zeigt, dass jedes vierte Aargauer KMU einen akuten Fachkräftemangel aufweist. Das ist sehr beunruhigend. Denn deshalb kann die Wirtschaft nicht so wachsen, wie es mit genügend Fachkräften möglich wäre. Nun setzen die Betriebe auf Aus- und Weiterbildung. Jedes zweite KMU bildet Lehrlinge aus, setzt auf attraktivere Arbeitsbedingungen. Damit sind die Firmen auf dem richtigen Weg. Doch offenkundig reicht es nicht. Der Mangel bleibt bestehen.

Denn gleichzeitig pendeln täglich netto rund 20 000 hochqualifizierte Aargauerinnen und Aargauer in andere Kantone, vorab nach Zürich. Offensichtlich decken sich deren Qualifikationen zu wenig mit dem hier gefragten Know-how. Solange diese Spezialisten im Aargau wohnen, zahlen sie hier Steuern. Das ist okay. Doch nur wenn man möglichst vielen hier einen guten Arbeitsplatz anbieten kann, steigt auch das kantonale Sozialprodukt. Darauf ist der Aargau, der derzeit anderen Kantonen hinterherhinkt, dringend angewiesen.

Natürlich kann man Arbeitsplätze nicht herbefehlen. Doch angesichts der vielen Wegpendler ist ständig zu hinterfragen, ob die Bildungsangebote genug auf die Bedürfnisse des sich rasch wandelnden Arbeitsmarkts ausgerichtet sind. Um für die Zukunft fit zu sein, braucht der Aargau zum Beispiel mehr Ausbildungen in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik, Chemie, Life Sciences. Wenn diese Botschaft ankommt, sowie dank obligatorischem Informatikunterricht, sollten künftig mehr Aargauer Berufs-Spezialisten im eigenen Kanton eine Stelle finden.