Die Forderung hat laut dem Kantonsparlament "höchste Priorität".

Von grüner Seite wurde die Standesinitiative als absurd und Zwängerei weitab von realistischen Lösungen dargestellt. Man müsse mit anderen Massnahmen zu weniger Verkehr kommen, etwa in Form von Verkehrslenkungsmassnahmen oder in Form von gesellschaftlichen Lösungen.

Gegen die Einreichung der Standesinitiative sprachen sich auch EVP, GLP und SP aus. Für die Überweisung der Standesinitiative waren CVP, BDP, FDP und SVP. Es gehe nicht um mehr Strassen, sondern um eine höhere Priorisierung eines bereits beschlossenen Projektes, hiess es von Seiten der FDP.

Baudirektor Stephan Attiger (FDP) bezeichnete das Geschäft als dringend, weil die Vernehmlassung auf Bundesebene bereits am Laufen sei. Wenn das Nationalstrassennetz nicht funktioniere, sei auch das lokale Strassennetz davon betroffen. Gerade auf einer Achse, auf der 120'000 Autos pro Tag verkehren, müsse die Kapazität verbessert werden.

Im kantonalen Richtplan bereits festgelegt

Die A1 durchfährt den Kanton Aargau zwischen Rothrist und Spreitenbach auf einer Länge von rund 48 Kilometern. Ein Teil davon, das Teilstück zwischen der A1/A3-Verzweigung Birrfeld und der Kantonsgrenze bei Spreitenbach AG/Dietikon ZH, ist schon heute auf sechs Spuren ausgebaut.

Der Grosse Rat verlangt nun, dass nun auch die Kapazität auf dem Abschnitt zwischen Aarau-Ost und dem Birrfeld erweitert wird. Als Zeithorizont sieht er eine Realisierung bis 2030. Die bisherige Planung des Bundes geht von einer Inbetriebnahme bis 2040 aus.

Entsprechende planerische Vorarbeiten hatte der Kanton Aarau in den letzten Jahren bereits geleistet. Im kantonalen Richtplan wurde der Sechsspur-Ausbau 1996 provisorisch und dann 2009 definitiv festgelegt.

Angeregt wurde die Standesinitiative durch einen FDP-Antrag, der vom Aargauer Grossen Rat Ende August mit 82 gegen 44 Stimmen für erheblich erklärt wurde. Daraufhin formulierte die zuständige grossrätliche Kommission die Standesinitiative aus.