Viechereien
Kängurus, Schlangen und bissige Schildkröten: Tiere halten Aargauer auf Trab

Über 24 Stunden lang war eine Kuh in Brunegg auf der Flucht, bis sie vom Wildhüter erlegt werden konnte. Kein Einzelfall: Immer wieder sorgen eigenwillige Viecher im Aargau für Aufregung – darunter auch einige exotische Exemplare.

Pascal Meier
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Wo sind die Kängurus?

Wo sind die Kängurus?

AZ

Januar 2001: Ein zweijähriger Bergamasker-Mischling macht sich auf eine Reise von Neuenhof nach Birr und zottelt gemütlich durch den Bareggtunnel. Die Polizei setzt im Tunnel die Warnblink-Anlage in Betrieb, um auf die Gefahr aufmerksam zu machen.

 Ein Bergamasker-Mischling spaziert durch den Bareggtunnel (Symbolbild)

Ein Bergamasker-Mischling spaziert durch den Bareggtunnel (Symbolbild)

Zur Verfügung gestellt

Im Birrfeld wird der Hund schliesslich von einem Auto angefahren. Dieser humpelt jedoch mit gebrochenem Hinterbein weiter und verlässt die Autobahn über die Ausfahrt Birrfeld-Nord. In Birr wird der Hirtenhund schliesslich eingefangen und zum Tierarzt gebracht.

August 2001: Würgeschlange auf Gartenbank

Eine 1,2 Meter grosse Boa sonnt sich vor einem Haus in Fahrwangen und sorgt für Angst und Schrecken. Ein klarer Fall für Korporal David Künzli, der Schlangenspezialist bei der Kantonspolizei Aargau.

 Am 7. August 2001 muss David Künzli ausrücken, um in Fahrwangen eine herrenlose Würgeschlange einzufangen.

Am 7. August 2001 muss David Künzli ausrücken, um in Fahrwangen eine herrenlose Würgeschlange einzufangen.

Lorenz Frischknecht

Der Polizist hat keine Probleme, die Boa einzufangen und gibt dieser bei sich zu Hause Asyl. Kurz darauf meldet sich der Besitzer: Ein Nachbar.

August 2002: Verkäuferinnen jagen Marder

Ein verstörter Marder irrt durch das Oftringer Einkaufszentrum und versteckt sich unter einem Papeterie-Gestell. Sofort wird der Abwart kontaktiert und Verkäuferinnen schieben Wache. Dann jedoch versucht der Marder zu flüchten und jagt durch Büromaterial, Zahnpasta und Socken; dicht hinter ihm mehrere Verkäuferinnen mit Wäschezeinen.

Als der Nager sich langsam unter einem Kleidergestell hervorschleicht, stülpt ihm eine Angestellte blitzschnell eine Zeine über. Eine ganze halbe Stunde muss der lauthals schreienden Marder bewacht werden, bis der Wildhüter diesen ins Freie befördert.

September 2006: Kängurus hoppeln durchs Uerkental

Zwei illegal gehaltene Kängurus büxen in Bottenwil aus und tanzen Kantonspolizei und Veterinäramt tagelang auf der Nase herum. Ein Dutzend Jäger und Polizisten durchschreiten Maisfeld um Maisfeld, während am anderen Ende ein Tierarzt mit dem Betäubungsgewehr wartet. Er trifft ein Tier, die Dosis ist aber zu schwach und das Känguru schnell wieder weg.

Wo sind die Kängurus? Polizei und Veterinäramt auf der Suche.
3 Bilder
Wo sind die Kängurus? Ein Känguru hoppelt an der Polizei vorbei.
Wo sind die Kängurus? Irgendwo in diesem Feld sind sie – nur wo?

Wo sind die Kängurus? Polizei und Veterinäramt auf der Suche.

Michael Spillmann

Die Jagd geht weiter, wobei der Tierarzt fast einen Polizisten am Bein trifft. Unter Beschuss steht die Polizei auch von anderer Seite: Immer mehr Bürger kritisieren, dass sich die Ordnungshüter mehr um Kängurus statt Verbrecher kümmere. Nach mehreren Tagen rückt die Polizei wieder ab – und die Kängurus kehren wenige Tage später von selbst zum Besitzer zurück.

April 2007: Bisons büxen im Fricktal aus

Neun amerikanische Bisons sorgen zwischen Fricktal und Oberbaselbiet für Aufregung. Die Tiere waren aus dem Gehege eines Hofs auf dem Gemeindegebiet von Ormalingen ausgebrochen.

Aargauische und Basler Feuerwehren versuchen erfolglos, die Tiere mit Fahrzeugen und mobilen Absperrungen einzufangen. Darauf werden zuerst das Leittier der Bisonherde und zwei weitere Tiere erlegt. Wegen der akuten Unfallgefahr müssen kurz vor dem Eindunkeln auch die restlichen Tiere getötet werden

Juni 2010: Achtung, bissige Schildkröte!

Ein Anwohner entdeckt in einem Bach in Möriken-Wildegg eine rund 35 Zentimeter grosse Schildkröte, die aggressiv um sich schnappt. Wie sich herausstellt, handelt es sich beim Tier um eine Amerikanische Schnappschildkröte. Diese frisst Fische, Amphibien und sogar Wasservögel.

 Ende Juni 2010 wird eine Amerikanische Schnappsschildkröte aus einem Bach in Möriken-Wildegg gefischt.

Ende Juni 2010 wird eine Amerikanische Schnappsschildkröte aus einem Bach in Möriken-Wildegg gefischt.

Peter Siegrist

Eine Schnappschildkröte im Bach ist keine Seltenheit: Nur wenige Tage zuvor war im Kanton Luzern ein Mann beim Einfangen eines solchen Tieres gebissen und so gefährlich verletzt worden, dass er ins Spital eingeliefert werden musste.

Juli 2011: Kuh flüchtet vor Metzger

Auf dem Vianco-Areal in Brunegg gelingt einer Kuh beim Umladen die Flucht und lässt den Termin beim Metzger saussen. Das Tier führt darauf Polizei und Jagdaufseher über 24 Stunden lang an der Nase herum.

 Der Kuh gelingt die Flucht von der Vianco-Arena in Brunegg.

Der Kuh gelingt die Flucht von der Vianco-Arena in Brunegg.

Aargauer Zeitung

Wiederholt taucht die Kuh auf dem Kreisel bei der Autobahn-Ausfahrt Mägenwil auf und verschwindet wieder. Wegen der unmittelbaren Nähe zur Bahnlinie Lenzburg-Brugg wird auch die SBB-Verkehrsleitzentrale informiert. Schliesslich gelingt es dem zuständigen Jagdaufseher, die Kuh zu erlegen.

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