Reformiertes Blatt
Kafi Freitag – so kam die Atheistin zur Kirchen-Kolumne wie die Jungfrau zum Kind

Unverblümt und direkt schreibt die Kolumnistin Kafi Freitag für diverse Medien. Dass sie als Atheistin ausgerechnet für «bref» das Magazin der Reformierten Kirche schreibt, sorgte im Aargau für rote Köpfe und warf Fragen auf. Dabei ist die Antwort darauf ganz simpel.

Claudia Sägesser
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Kafi Freitag schreibt als Atheistin für das Magazin der Reformierten Kirche.

Kafi Freitag schreibt als Atheistin für das Magazin der Reformierten Kirche.

Kafi Freitag

«Mit 18 verliess ich die Kirche – und kehrte bis heute nicht zu ihr zurück. Fortan lebte ich als überzeugte Atheistin.» Das schrieb Kafi Freitag in ihrer ersten Kolumne für das Reformierten-Magazin «bref». Wie kommt eine Atheistin dazu, für ein Magazin der Reformierten Kirche zu schreiben?
Ganz einfach: Das Magazin hat sie angefragt. «So kam ich zu dieser Kolumne, fast wie die Jungfrau zum Kinde» schreibt die Autorin in ihrer ersten Kolumne für «bref». Obwohl sie selbst keiner Kirche angehöre, habe sie sich gefreut, sich ernsthaft mit den Themen Menschsein und Religion auseinanderzusetzen.
Im Aargau sorgt diese Kolumne in den letzten Tagen für Empörung. Der Kölliker Kirchenpflege-Präsident Matthias P. Müller fragt sich in einem Leserbrief, ob er noch in der richtigen Kirche sei, wenn eine Atheistin für dessen Magazin schreibe.
Und SVP-Nationalrat Thomas Burgherr störte sich vor allem daran, dass eine Atheistin in einem christlichen Magazin politisch Stellung bezieht. Konkret: Kafi Freitag postulierte in einer ihrer Kolumnen ein Nein zur Durchsetzungsinitiative. Pikant: Sie argumentierte als Atheistin mit dem Christentum gegen die SVP-Initiative: «Wie können wir unseren christlichen Werten gerecht werden und gleichzeitig fehlbare Mitmenschen ausschaffen lassen? Wer am Sonntag ein Ja in die Urne legt, sagt damit Nein zu den Werten der Schweizer Demokratie und des Christentums!»
Urban, lebensnah und modern

In einem Radio-Interview mit dem SRF in der Sendung «Blickpunkt Religion» sagte sie, sie habe das Kolumnen-Angebot gar nicht ablehnen können: «Ich habe bei 'bref' einen Freischein, darf schreiben was ich will. Wenn man mir so viel Freiheiten gibt, in so einem tollen Rahmen, dann bin ich einfach dabei.»

Kolumnisten Freitag passt in die Neuausrichtung des Kirchenblattes. Das Magazin «bref» ist das Nachfolgeprodukt der mittlerweile eingestellten «reformierten presse» und will urban, lebensnah und modern daher kommen.

PS: Kafi Freitag heisst tatsächlich Kafi Freitag.

bref

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