«Wir wollen mit gutem Beispiel vorangehen und machen daher unsere Einkommen öffentlich. Wir wissen, dass diese nicht wahnsinnig spektakulär sind, aber wir wollen damit zeigen, dass es uns mit der Initiative ernst ist», begründet Florian Vock, Präsident der Juso Aargau, den Schritt an die Öffentlichkeit.

Das grösste steuerbare Einkommen von 2010 weist der Nationalratskandidat und kaufmännische Angestellte Joshua Meier mit knapp 45000 Franken auf. Neun der Juso-Kandidaten geben 0 Franken an, da sie entweder noch in einer Lehre oder aber Studenten und Schüler sind. «Es ist zentral für eine Demokratie, dass man weiss, wer wie viel von wem bekommt. Aber in der Schweiz redet man halt nicht gerne über Geld. Das muss sich ändern», so Vock weiter.

Jungfreisinnige sind anderer Meinung

Das sieht die Präsidentin der Jungfreisinnigen Aargau, Jeanine Glarner, anders: «Die Juso versucht krampfhaft ein Problem zu postulieren, wo gar keines besteht.» Glarner findet weiter, dass das Einkommen nicht relevant sei für die politische Arbeit. «Schon heute müssen Mandate offengelegt werden. Das finde ich gut. Ich werde aber mein Einkommen nicht präsentieren. Die Privatsphäre muss auch bei Politikern respektiert werden», führt die Historikerin aus. Aber jeder Kandidat der Jungfreisinnigen könne selber entscheiden, ob man das eigene Einkommen öffentlich macht oder nicht, so Glarner weiter.

Marco Hardmeier, Präsident der SP Aargau, findet die angestrebte Transparenz der Juso löblich: «Unsere ideelle Unterstützung hat die Juso und wir streben ebenso eine 100-prozentige Transparenz an. Derzeit stehen wir bei etwa 80 Prozent. Doch die Veröffentlichung der Einkommen hat bei uns aktuell keine Priorität. Das muss richtig ausgearbeitet werden und darf kein Schnellschuss sein.» Hardmeier meint aber, dass dies ein ernsthaftes Thema für die nächsten Nationalratswahlen in vier Jahren sein könnte.