Verkehr
«Jeder Deutsche bringt ein Auto mit»

Im Aargau gibt es immer mehr Autos. Gut 477000 Wagen verkehrten Ende September auf den Strassen. Das ist neuer Rekord. Vor allem die Zuzüger bringen Autos mit. Alternative Antriebe wie Gas oder Hybridmotoren bleiben im Kanton sehr rar.

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Aargauerplatz

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Aargauer Zeitung

Die Anzahl motorisierter Fahrzeuge 2010 ist im Vergleich zum Vorjahr um knapp 10000 auf den Höchstwert von 477'417 Fahrzeugen gestiegen. 7'421 Autos mehr als vor einem Jahr verkehrten Ende September im Kanton. Insgesamt waren es 339'926. Stark zugenommen hat auch die Anzeil kleinen Lieferwagen. Er ist um 2.76 Prozent auf gut 22000 gestiegen.

Keine grosse Rolle spielen im Aargau weiterhin die Ökoautos, also Wagen, die über alternative Antriebe wie Gas, Elektro, Hybrid oder Wasserstoff verfügen. Nur 2673 Fahrzeuge oder 0,73 Prozent haben einen solchen Antrieb. 821 davon fahren mit Gas (Vorjahr: 746) und 1'521 haben einen Hybridantrieb (Vorjahr: 1'184). «Das ist kein Wachstumsmarkt», sagt Johannes Michael Baer, Leiter Strassenverkehrsamt des Kantons Aargau, gegenüber az.

Zuzüger bringen Auto mit

Fast 79 Prozent Autos im Kanton sind heute mit Benzinmotoren ausgerüstet, 20,42 Prozent fahren mit Diesel. Stark zugenommen hat seit letztem Herbst die Zahl der Diesel-Fahrzeuge, nämlich um fast 7200.

Der Motorisierungsgrad der Bevölkerung stieg zwischen September 2009 und September 2010 deutlich. 560 von 1000 Einwohnern besitzen heute ein Fahrzeug, fast 5 Personen mehr als vor einem Jahr. «Die starke Zunahme hat uns überrascht», sagt Baer. Grund dafür sind die Zuzüger, vor allem die aus Deutschland. «Jeder Deutsche bringt ein Auto mit», sagt Baer.

Autos werden immer älter

Auffallend ist auch, dass der Aargauer Wagenpark immer älter wird. 60 Prozent aller Autos sind heute älter als sieben Jahre. Die PWs bleiben zudem immer länger in Betrieb. Sie werden heute 14,5 Jahre alt. Vor 20 Jahren waren es noch 12,5 Jahre.

Das stellt das Strassenverkehrsamt zunehmend vor Probleme. Wagen, die älter als 7 Jahre sind, müssen im Zwei-Jahres-Rhythmus kontrolliert werden. Die Infrastruktur sei dafür nicht ausgelegt, so Baer. (rsn)