Jahresbericht
Kindes- und Erwachsenenschutz: Leicht mehr Fälle im Aargau – aber es gibt auch eine gute Nachricht

Trotz steigender Zahlen bleibt die Anzahl von Personen mit einer Erwachsenenschutzmassnahme im Kanton Aargau unter dem schweizerischen Durchschnitt.

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Bei rund drei Prozent der minderjährigen Personen wurde eine Massnahme behördlich angeordnet. Die Mehrheit erfolgte freiwillig.

Bei rund drei Prozent der minderjährigen Personen wurde eine Massnahme behördlich angeordnet. Die Mehrheit erfolgte freiwillig.

Symbolbild Keystone

Die Gerichte im Kanton Aargau haben die Zahlen des Kindes- und Erwachsenenschutzrechts (KESR) für das Jahr 2020 veröffentlicht. Diese seien im Verhältnis zu den Vorjahren unauffällig und liegen im gesamtschweizerischen Durchschnitt. Sowohl im Kindes- wie auch im Erwachsenenschutz erachteten die Behörden in rund einem Drittel der neu eingegangenen Gefährdungsmeldungen eine Massnahme nicht als nötig.

Die Quote der Erwachsenenschutzmassnahmen liegt unter dem schweizerischen Durchschnitt

Die Anzahl der Personen mit einer Erwachsenenschutzmassnahme ist im Jahr 2020 um 115 auf 6994 gestiegen. Als Massnahmen kann beispielsweise ein Beistand zur Seite gestellt oder eine fürsorgerische Unterbringung angeordnet werden.

Trotz der leichten Zunahme der Fälle liegt die Quote im Kanton Aargau mit weniger als 13 Fällen pro 1000 Einwohnern tiefer als im schweizerischen Durchschnitt. Lediglich ein Prozent der ständigen Wohnbevölkerung im Aargau, die über 18 Jahre alt ist, ist somit von einer Erwachsenenschutzmassnahme direkt betroffen.

Stationäre Unterbringungen von Kindern erfolgte überwiegend mit dem Einverständnis der Eltern

Ein ähnliches Bild zeigt sich beim Kindesschutz. Zwar hat die Anzahl der betroffenen Kinder mit einer oder mehreren Kindesschutzmassnahmen um 193 auf 3866 zugenommen. Dies entspricht rund 30 von 1000 minderjährigen Personen der ständigen Wohnbevölkerung im Aargau. Der Kanton Aargau liegt damit jedoch immer noch im gesamtschweizerischen Durchschnitt.

Bei den stationären Unterbringungen von Kindern und Jugendlichen erfolgte überwiegend im Rahmen des freiwilligen Kindesschutzes, das heisst angeordnet durch die Schulpflege oder den Gemeinderat im Einverständnis der Eltern. (zen)

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