SVP Aargau
«Ja, ich will»: Hardliner Glarner kandidiert für Aargauer SVP-Präsidium

Mit Andreas Glarner will der wohl am meisten polarisierende Politiker SVP-Präsident werden. Der Bezirksvorstand der Bremgarter SVP, den Glarner selber präsidiert, beschloss seine Nomination.

Urs Moser
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Andreas Glarner will Präsident der Aargauer SVP werden

Andreas Glarner will Präsident der Aargauer SVP werden

Dass SVP-Präsident Thomas Lüpold nach seinem Rücktritt aus dem Grossen Rat und der verpassten Wahl in den Nationalrat in absehbarer Zeit auch das Parteipräsidium abgeben würde, war zu erwarten. Nun muss sich die SVP aber mit der Suche nach einem Nachfolger sputen, der die Partei durch die Grossratswahlen nächsten Oktober führt. Diese Woche gab Lüpold seinen Rücktritt auf Ende Februar bekannt.

Am 15. Februar soll der Nachfolger gewählt werden, bis zum 20. Januar müssen Kandidaturen der Geschäftsleitung der Partei angemeldet werden. Nicht viel Zeit, um einen Kandidaten aufzubauen. Der neue Präsident oder die neue Präsidentin dürfte in einem nicht allzu weit abgesteckten Feld zu suchen sein, das bereits den inneren Machtzirkel der Partei bildet. In dieser Situation bringt sich einer in Stellung, der mit seiner Kandidatur für heisse Diskussionen garantieren dürfte: Andreas Glarner, Präsident der SVP-Grossratsfraktion. «Ich mache mir Gedanken», sagte Glarner am Tag von Lüpolds Rücktrittsankündigung in der «Aargauer Zeitung». Noch am gleichen Abend wurden Nägel mit Köpfen gemacht. Der Bezirksvorstand der Bremgarter SVP, den Glarner selber präsidiert, beschloss seine Nomination.

Kuschelkurs? «Das wäre der Untergang!»

«Ich habe für eine Kandidatur zugesagt», bestätigt Glarner gegenüber dem «Sonntag». Wenn sich aber eine andere starke Persönlichkeit für das Amt melde, habe er auch kein Problem damit, darauf zu verzichten. Denn wenn er die Parteiführung übernehmen sollte, müsse auch garantiert sein, dass das Fraktionspräsidium in gute Hände komme. Will heissen: in die eines kompromisslosen Hardliners. «Eine Aargauer SVP auf Kuschelkurs, das wäre der Untergang», sagt Andreas Glarner.

Glarner gehört sicher zu den profiliertesten, aber auch zu den am meisten polarisierenden Figuren in der Aargauer SVP. Knallhart ist er nicht nur im Umgang mit dem politischen Gegner, sondern auch in parteiinternen Auseinandersetzungen. Es gibt Stimmen (die bezeichnenderweise lieber nicht zitiert werden möchten), die sehen weniger einen Mangel an Gegenkandidaten mit Fähigkeiten für das Präsidentenamt, sondern eher an solchen, die sich trauen.

Keinen Platz in der GL

Parteipräsident Thomas Lüpold versuchte ihn zu massregeln, als Glarner 2009 als Miturheber des berüchtigten Kindertränen-Inserats gegen den abgewählten CVP-Regierungsrat Rainer Huber geoutet wurde. «Ich sehe keinen Platz mehr für ihn in der Geschäftsleitung der SVP», hatte Lüpold forsch verkündet und Andreas Glarner öffentlich zum Rücktritt als Fraktionschef aufgefordert. Passiert ist gar nichts. Als ein Jahr später Nationalrat Lieni Füglistaller vom Freiämter Clan um Glarner unter Dauerbeschuss genommen wurde, sagte Parteichef Lüpold lieber gar nichts mehr.

Dafür bringt Andreas Glarner als provozierendes Supplement gleich den seiner Meinung nach idealen Nachfolger für ihn als Fraktionschef ins Gespräch: Jean-Pierre Gallati, Wohlen, einer der eifrigsten Mitstreiter bei der Zermürbungskampagne gegen Lieni Füglistaller.