Muri
Ist eine Kette sicher genug?

In der Nacht auf Samstag stürzte ein 25-Jähriger auf dem Areal der Firma Fremo in einen Schacht und blieb dort bewusstlos liegen. Erst am Samstagnachmittag entdeckte ihn ein 15-jähriger Bub. Der Unfall wirft viele Fragen auf.

Maja Sommerhalder
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Aargauer Zeitung

«Dieser Unfall ist äusserst tragisch, wir hoffen zusammen mit den Angehörigen», sagt Adrian Götschmann, Geschäftsführer der Freiämter Mosterei (Fremo) in Muri. In der Nacht auf Samstag stürzte ein 25-Jähriger auf dem Firmenareal in einen 3,30 Meter tiefen Schacht. Dort blieb er für mehrere Stunden bewusstlos liegen. Erst am Samstagnachmittag entdeckte ihn ein 15-jähriger Bub zufällig. Die Feuerwehr musste den 25-Jährigen aus seiner misslichen Lage befreien, die Rega flog ihn ins Spital Aarau.

Wie konnte der junge Mann in den trichterförmigen Schacht fallen, wo normalerweise Mostobst hineingekippt wird? Laut Bernhard Graser von der Polizei war dieser zur Zeit des Unfalls mit einer Kette abgesichert (siehe Bild). Über diese muss er wohl gestiegen sein. Ob Fremo alle Sicherheitsvorschriften auf dem Areal eingehalten hat, müssen die Polizisten und Spezialisten abklären. Laut Graser war der 25-Jährige aber ortskundig und kannte das Gelände.

Gewöhnlich mit Gitter abgesperrt

Götschmann von der Fremo sagt dazu: «Wir setzten alles daran, den genauen Unfallhergang aufzuklären, deshalb werden auch Spezialisten der Suva beigezogen.» Die Weisung sei, dass der Schacht ausserhalb der Mostobstsaison zusätzlich mit einem Gitter abgesperrt sein müsse. «Ob dieses Gitter zum Zeitpunkt des Unfalls an seinem Ort war, kann ich nicht beurteilen.» Als Sofortmassnahme wurde aber nun zusätzlich ein Fallnetz montiert. Eine 100-prozentige Sicherheit auf dem privaten Areal könne man nie gewährleisten: «Wir glauben aber auch an eine gewisse Eigenverantwortung.»

So oder so: Der 25-jährige Murianer erlitt bei seinem Sturz schwere Kopfverletzung und liegt derzeit auf der Intensivstation. Sein Zustand ist noch immer kritisch. Zu den genauen Umständen des Unfalls konnte er noch nicht befragt werden: Laut Bernhard Graser ist er wohl auf dem Heimweg in den Schacht gefallen: «Zuvor war er mit Kollegen in einem Vereinslokal in der Nähe der Fremo. Er war alkoholisiert. Wie viel er getrunken hat, wissen wir aber noch nicht.»