Bürgerwehr
Immer mehr Private sorgen für Sicherheit

Der Regierungsrat begrüsst den Einsatz von privatem Sicherheitspersonal, solange sie nicht Polizisten spielen. Aktuell sind in 59 Gemeinden private Sicherheitsdienste im Einsatz.

Maja Sommerhalder
Drucken
Teilen
Laut dem Regierungsrat sollen private Sicherheitsdienste vor allem Präsenz markieren und die Polizei informieren.

Laut dem Regierungsrat sollen private Sicherheitsdienste vor allem Präsenz markieren und die Polizei informieren.

Keystone

Die Polizei ist den Aargauer Schweizer Demokraten nicht genug. Sie fordern Bürgerwehren für mehr Sicherheit. Laut dem SD-Grossrat René Kunz sind das zivile und unbewaffnete Ordnungshüter in Gemeinden mit hohem Sicherheitsrisiko: «Das können Freiwillige aus Vereinen oder private Sicherheitsdienste sein.» Nun wollte er wissen, wie der Regierungsrat zu dieser Sache steht.

Dieser antwortete ihm, dass der Einsatz von privaten Sicherheitsdiensten unproblematisch ist, solange sie nicht die Aufgaben der Polizisten übernehmen, wie etwa die Personenkontrolle: «Ihre Aufgabe kann daher nur in der sichtbaren Überwachung und der Meldung von verdächtigen Wahrnehmungen an die Polizei bestehen.»

Aktuell seien in 59 Gemeinden private Sicherheitsdienste im Einsatz: «Die Bereitschaft mit Privaten zusammenzuarbeiten, hält an und hat sich sogar noch verstärkt.» Es sei auch möglich, dass Zivildienstler Sicherheitsaufgaben übernehmen. Allerdings nur punktuell und zeitlich begrenzt. «Bereits heute markieren Zivilschützer in einigen Wohnquartieren Präsenz, um Dämmerungseinbrüche zu vermeiden.»

Ziel: Mehr Polizei im Kanton

Weiter räumt der Regierungsrat ein, dass sich die Polizeidichte wegen des Bevölkerungswachstums in den letzten Jahren verringert habe. Momentan sind im Aargau 563 Kantonspolizisten im Einsatz, bis 2017 sollen es 638 sein. Ziel des Kantons ist ein Polizist pro 700 Einwohner.

Laut dem Regierungsrat fühlen sich die Mehrheit der Aargauer sicher. Die Anzahl der registrierten Delikte hätte sich in den letzten Jahren nicht geändert: «In gewissen Fällen ist sie sogar rückläufig. So etwa beim Einbruchdiebstahl.» Man sei sich aber bewusst, dass man sich anstrengen müsse, um das erreichte Niveau zu halten. Deshalb will man sich bis zum Jahre 2014 auch auf folgende Schwerpunkte in der Strafverfolgung festlegen:

  • Schwere Verbrechen kompromisslos bekämpfen.
  • Gewalt im öffentlichen Raum eindämmen.
  • Mehr Einbruchsdiebstähle verhindern und aufklären.
  • Vermögensdelikte konsequenter verfolgen.
  • Jugendliche Intensivtäter identifizieren.
  • Strafverfahren beschleunigen.
  • Funktioniert das duale System?

Dabei ist auch immer wieder das duale Polizeisystem ein Thema, das 2007 im Aargau eingeführt wurde. Die SVP-Grossräte Jörg Hunn, Richard Plüss und Jürg Stüssi-Lauterburg wollen in einem jährlichen Bericht erfahren, wie die Zusammenarbeit zwischen der Regional- und der Kantonspolizei funktioniert. Diesen Wunsch kann der Regierungsrat zwar nicht erfüllen, er stellt aber eine umfassende Evaluation für das Jahr 2012 in Aussicht. Der Regierungsrat betont, dass in der Praxis die Regional- und die Kantonalpolizei sehr gut zusammenarbeiten.