Drogenmissbrauch
Immer mehr Aargauer gehen zur Suchtberatung

Mehr als 1000 Personen haben in diesem Jahr bereits wegen Problemen im Umgang mit Alkohol und anderen Drogen die Suchtberatung aufgesucht – deutlich mehr als noch im Vorjahr.

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Die Aargauische Stiftung Suchthilfe (AGS) hat im laufenden Jahr bereits so viele Neumeldungen bei der Suchtberatung zu verzeichnen wie im ganzen Jahr 2006. Dies teilte die AGS gestern in einem Communiqué mit.

Die Hauptproblemsubstanz bleibe der Alkohol, schreibt die AGS. Stark zunehmend seien aber auch die Beratungen bei Problemen im Umgang mit Cannabis-Produkten.

Eine Hochrechnung der Suchthilfe für das ganze Jahr hat ergeben, dass sich 2010 insgesamt wohl rund 2500 Betroffene und Angehörige bei der AGS beraten lassen werden. Das entspricht im Vergleich mit dem Vorjahr einer Zunahme von 3.5 Prozent.

Kein Anstieg beim Konsum

Gemäss AGS-Geschäftsführer Hansjürg Neuenschwander steht der Anstieg bei den Beratung allerdings in keinem direkten Zusammenhang mit einer Zunahme beim Missbrauch von Suchtmitteln. Der Konsum sei – im Gegenteil – sogar rückläufig, wie verschiedene Untersuchungen zeigten.

Das sich trotzdem mehr Personen bei der Aargauischen Stiftung Suchthilfe beraten lassen, sei vielmehr auf die verstärkten Präventionsbemühungen von Schulden, Gemeinden und der AGS zurückzuführen, sagt Neuenschwander. «Wir versuchen nahe bei den Leuten zu sein, haben neue Programme zusammengestellt und auch unseren Auftritt im Internet verbessert.»

Die Suchtberatung der Aargauischen Stiftung Suchthilfe bietet Hilfe für Direktbetroffene, unterstützt aber auch Angehörige und Bezugpersonen von Menschen mit Suchtproblemen. (bau)