Wasserdiebstahl

Im Oberwynental gibt es künftig Bussen für Wasserdiebe

Die Feuerwehr weiss, wie Hadranten zu benützen sind, damit das Leitungsnetzt nicht beschädigt wird.

Ausserhalb der Altstadt sehen die Hydranten so aus.

Die Feuerwehr weiss, wie Hadranten zu benützen sind, damit das Leitungsnetzt nicht beschädigt wird.

Immer häufiger zapfen im Oberwynental Baufirmen ohne Bewilligung die Hydranten an. Weil das gefährlich ist, greifen die Gemeinderäte von Reinach, Menziken und Beinwil am See nun hart durch.

Wer Wasser direkt ab den Hydranten abzapfen will, muss eine Wasseruhr anschliessen, damit die Gemeinde das Wasser in Rechnung stellen kann. Doch solche Vorschriften kümmern viele nicht: Vor allem Baufirmen zapfen im Oberwynental immer häufig Wasser ab, ohne dass die Gemeinde darüber informiert wurde, dies berichtet das Regionaljournal Aargau/Solothurn.

Gefahr von grossen Schäden

Problematisch dabei ist, dass durch unsachgemässe Benutzung des Hydranten das Wasserleitungsnetz beschädigt werden kann. Werden sie zu schnell oder zu langsam an- oder zugedreht, entsteht ein Wasserschlag, das ist eine Druckwelle im Leitungsnetz. Diese Druckwellen können zu Längsrissen in den Leitungen führen. Im schlechtesten Fall fliessen Tausende von Litern Wasser in die Erde. Dieses Wasser drückt dann in die Erde, das könnte sogar die Strasse darüber beschädigen. Das Problem: Das Wasserleitungnetz kann an einem ganz anderen Ort zu Bruch gehen, die Ursache zuzuordnen sei deshalb schwer. Kosten kann das schnell einmal über 10000 Franken.

Konsequente Verfolgung von Wasserdieben

Die Gemeinden Reinach, Menziken und Beinwil am See wollen die Wasserdiebstähle nicht länger hinnehmen. Ab sofort müssen Wasserdiebe mit saftigen Bussen rechnen: 500 Franken beim ersten Vergehen, mindestens 1000 Franken bei Wiederholungstätern sind in den Reglementen vorgesehen. Roger Soland, der in den drei Gemeinden zuständig ist für die Wasserversorgung,  ist überzeugt, dass die konsequente Verfolgung von Wasserdieben funktioniert. «Wir können da auf die Mithilfe aus der Bevölkerung zählen, wir finden die meisten Leute, die ohne Bewilligung Wasser von Hydranten nehmen», sagt er gegenüber dem Regionaljournal.

Erich Wyss, Geschäftsführer der IBAarau Trinkwasser AG, sagt auf Anfrage, dass unerlaubtes Anzapfen von Hydranten ein Dauerthema sei. Vor allem in den Sommermonaten komme das fast wöchentlich vor. Anders als die Oberwynentaler Gemeinden, kennt die IBAarau grundsätzlich keine Bussen. «Allerdings würden wir bei Wiederholungstätern nicht dafür zurückschrecken, ebenfalls zu büssen. Unsere Hydranten sind schliesslich keine Selbstbedienungsläden.» Wer Wasser direkt ab Hydranten will, könne im Magazin bei IBAarau einen Hydrantenzähler holen und bekommen dabei auch gleich ein Merkblatt zur sachgemässen Bedienung der Hydranten, sagt Wyss. (wua)

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