Die Spitalleitung hatte hierzu erklärt, dass in Laufenburg – etwa auf den Namensschildern – alle Ärzte als «Dr.» bezeichnet würden. Dies um Verwechslungen zwischen Ärzten und dem Pflegedienst zu vermeiden. Anneliese Seiler, Direktorin des Gesundheitszentrums Fricktal, zu dem das Spital Laufenburg sowie das Spital Rheinfelden gehören, liess verlauten, die Spitalleitung werde als Sofortmassnahme eine Überprüfung der Ärzte im Zusammenhang mit den Doktortiteln einleiten – um zu prüfen, ob es sich bei der Chirurgin mit dem falschen Titel um einen Einzelfall handelt.

«Hätten anders vorgehen sollen»

Mittlerweile ist klar: Ein Einzelfall war es nicht, vielmehr erstaunt das Ergebnis: Gleich 27 offiziell als Doktor bezeichnete Ärztinnen und Ärzte tragen den Titel, obwohl sie das gar nicht dürften. «Ich bin selber überrascht über diese Zahl», sagte Direktorin Anneliese Seiler zu Radio Argovia. Und sie räumte ein: «Im Nachhinein betrachtet, hätten wir anders vorgehen sollen.»

Die Spitalleitung habe die Idee, die Verwechslungen vermeiden sollte, vor Jahren von «der praktischen Seite» angeschaut. «Wir waren der Meinung, dass wir das so machen dürfen. Ein Fehler war sicher, dass wir das rechtlich nicht abgeklärt haben», so die Direktorin weiter. Gegenüber Radio Argovia betonte sie aber, dies bedeute nicht, dass diese Ärzte weniger ausgebildet seien als die anderen.

Im Spital Muri wird geprüft

Auf Anfrage der az zeigt sich etwa der Direktor des Spitals Muri, Marco Beng, über das Ergebnis der Prüfung im Fricktal überrascht. Er sagt: «Bei uns wurden keine Ärzte wissentlich oder bewusst als etwas ausgewiesen, das sie nicht sind.» Der Direktor will aber trotzdem auf Nummer sicher gehen und diese Woche ebenso eine Prüfung durchführen. (spi)