Fall Wohlen
Im Fall Wohlen wird kein ausserordentlicher Staatsanwalt eingesetzt

Die umstrittenen Schüsse eines Polizisten auf einen suizidalen Mann in Wohlen werden nicht durch einen ausserordentlichen Staatsanwalt untersucht. Das hat das Präsidium der Beschwerdekammer am Obergericht entschieden.

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Am 25. Mai des vergangene Jahres wurde in Wohlen ein mit einem Rüstmesser bewaffneter Mann von einem Polizisten der Sondereinheit Argus angeschossen. Am 20. September 2010 beantragt der Verletzte, die Strafuntersuchung in dem Fall sei einem ausserordentlichen Untersuchungsrichter oder einem ausserordentlichen Staatsanwalt zu übertragen.

Diesen Antrag hat das Präsidium der Beschwerdekammer am Aargauer Obergericht nun abgelehnt, wie es in einer Medienmitteilung schreibt. Das Präsidium habe bereits in einem früheren Entscheid festgehalten hat, «dass eine Gutheissung eines Ablehnungsbegehrens wegen des allgemeinen Einwands, wonach eine generelle Befangenheit der aargauischen Strafverfolgungsbehörden bei Verfahren gegen Angehörige der hiesigen Polizei vorliege, nicht in Betracht fällt», heisst es zur Begründung.

Der Entscheid des Präsidiums der Beschwerdekammer ist noch nicht rechtskräftig. Der Mann, eine 31-jähriger Serbe, hat die Möglichkeit, ihn beim Bundesgericht anzufechten. (bau)