Windkraft
Im Aargau verpönt, von den Nachbarn gefördert

Die Akzeptanz von Windrädern ist im Aargau gering. An den vorgesehenen Standorten werden Windparks bekämpft. In der badischen Nachbarschaft hingegen ist Windkraft eine Energie mit Zukunft. Für die Energiedienst Holding AG mit Sitz in Laufenburg öffnet sich somit ein neues Geschäftsfeld.

Walter Christen
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Strom aus Windparks (hier in Deutschland) gewinnt doch an Bedeutung. chr

Strom aus Windparks (hier in Deutschland) gewinnt doch an Bedeutung. chr

Die Energiedienst Holding AG ist am Markt der Windenergienutzung beteiligt. Bereits 1992 errichtete das Laufenburger Stromproduktions-Unternehmen auf dem Hohwart in Breitnau die erste Windkraftanlage Baden-Württembergs. Die Ergebnisse waren allerdings ernüchternd und man beschloss, vor weiterem Engagement die Weiterentwicklung der Technologie abzuwarten. Mittlerweile gibt es Windräder mit einer Nabenhöhe von 140 Metern und einer Gesamthöhe von etwa 200 Metern, die für Standorte mit wenig Wind ausgelegt sind. Daher engagiert sich Energiedienst seit diesem Jahr wieder verstärkt im Bereich Windkraft.

In der Schweiz hat sich die Gruppe über die Tochter Enalpin AG am Bau von Europas höchstgelegener Windkraftanlage auf dem Gries beteiligt. Man darf also grundsätzlich sagen, dass aus Windkraft erzeugter Strom sehr wohl ins Angebot von ED passt. Denn die Energiedienst-Gruppe liefert seit 1998 hauptsächlich Ökostrom und ist bemüht, den Anteil an ihrem Gesamtabsatz stetig zu erhöhen. Nachdem das grösste Potenzial mit dem Neubau des Laufwasserkraftwerks Rheinfelden und dem Wasserkraftwerk Hausen realisiert werden konnte, ist man dem Vernehmen nach auf der Suche nach weiteren Standorten für kleine Wasserkraftwerke, Windkraft- und Photovoltaikanlagen.

Zurzeit nimmt Energiedienst das Gebiet, in dem das Unternehmen seine meiste Kundschaft versorgt, näher unter die Lupe und sucht nach weiteren Möglichkeiten. Dabei werden alle infrage kommenden Gemeinden kontaktiert.

Die ED-Tochter EnAlpin AG im Wallis ist, wie erwähnt, an der Gries Wind AG mit 5 Prozent direkt beteiligt, die Windkraftanlagen im Ober- und Unterwallis bauen möchte. Unter den Beteiligungsgesellschaften der Gries Wind AG ist auch die Swiss Winds, an der wiederum die Enalpin AG mit 18 Prozent beteiligt ist. Auf dem Griespass ist die erste Pilotanlage 2011 entstanden mit einer installierten Leistung von 2300 Kilowatt (kW). Es sollen dort 4 bis 5 weitere Anlagen entstehen. Ausserdem sind weitere Anlagen an anderen Standorten im Ober- und Unterwallis geplant.

Es ist davon auszugehen, dass die Nutzung der Windkraft ein Marktfeld ist, in dem sich ED in Zukunft noch stärker engagieren wird. «Es ist inzwischen auch erklärtes Ziel der baden-württembergischen Landesregierung, die Windkraft in Baden-Württemberg auszubauen. Dieses positive Umfeld und die Möglichkeiten will die Energiedienst-Gruppe nutzen», war von Ingrid Mardo, Kommunikationsabteilung der Energiedienst Holding AG, Laufenburg, zu erfahren.

Die ED-Gruppe wird somit ihre umweltfreundliche Stromproduktion Wasserkraft und Photovoltaik um die Nutzung der Windkraft weiter erweitern. «Neue Geschäftsfelder werden geprüft und Kooperationsmöglichkeiten in der Schweiz, in Deutschland und im übrigen Europa gesucht», so Ingrid Mardo.