Prämien 2012
Im Aargau steigen die Krankenkassenprämien überdurchschnittlich

Im Kanton Aargau steigen die Krankenkassenprämien 2012 erneut stärker als im gesamtschweizerischen Durchschnitt. Die erwachsenen Aargauerinnen und Aargauer bezahlen für die Grundversicherung im kommenden Jahr 2,7 Prozent mehr als 2011.

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Die erwachsenen Aargauerinnen und Aargauer bezahlen für die Grundversicherung im kommenden Jahr 2,7 Prozent mehr als 2011. (Archiv)

Die erwachsenen Aargauerinnen und Aargauer bezahlen für die Grundversicherung im kommenden Jahr 2,7 Prozent mehr als 2011. (Archiv)

Keystone

Die Prämie für die obligatorische Grundversicherung beträgt für Erwachsene ab 26 Jahren im Durchschnitt 360,41 Franken, wie aus den am Mittwoch veröffentlichten Zahlen des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) hervorgeht. Der Anstieg beträgt 9,61 Franken.

Damit steigt die Monatsprämie im Aargau um 2,7 Prozent - das sind 0,5 Prozentpunkte mehr als im Schweizer Durchschnitt. Unter dem Strich bezahlen die Erwachsenen im Aargau für die Grundversicherung jedoch rund 20 Franken weniger pro Monat als im schweizerischen Durchschnitt.

Die Prämienbelastung variiert je nach Grundversicherung zwischen 298,90 Franken und 449,40 Franken.

Die Prämien für junge Erwachsene (19 bis 25 Jahre) klettern im Aargau um 4,7 Prozent auf 319,68 Franken. Der Schweizer Durchschnitt beträgt 343,06 Franken (Anstieg: 4,4 Prozent).

Die Kinderprämie (bis 18 Jahre) beträgt im kommenden Jahr 84,58 Franken. Das entspricht einem Anstieg von 1,8 Prozent. Der Schweizer Durchschnitt liegt bei 90,59 Franken (Anstieg: 1,4 Prozent).

Bereits in den vergangenen Jahren verteuerte sich die Monatsprämie für die Grundversicherung mehr als im Schweizer Mittel. 2011 betrug der Anstieg 7,6 Prozent, ein Jahr zuvor 10,5 Prozent. Im Durchschnitt stiegen die Prämien seit der Einführung des Krankenversicherungsgesetzes (KVG) im Jahre 1996 rund 6,5 Prozent.

Kanton schaut für sich

Der Prämienanstieg für das kommende Jahr sei tiefer als erwartet, teilte das kantonale Departement Gesundheit und Soziales (DGS) mit. Ein Grund für die leicht überdurchschnittliche Erhöhung im Aargau seien die etwas höheren Kostenprognosen.

Auch die Mengenausweitung als Folge der demografischen Entwicklung und des medizinischen Fortschritts führe zu höheren Kosten. Die Möglichkeiten des Kantons, den Kostenanstieg in der Grundversicherung kurzfristig zu dämpfen, seien vergleichsweise bescheiden.

Bei der Einführung der neuen Spitalfinanzierung im kommenden Jahr schaute der Kanton Aargau vor allem auf seine eigenen Finanzen. Der Grosse Rat legte den Kostenanteil des Kantons nämlich auf 47 Prozent fest. Möglich wären maximal 55 Prozent gewesen.

Ein höherer Anteil als 47 Prozent hätte die Krankenversicherer entlastet - dafür hätte der Kanton mehr Steuergeld aufwenden müssen. Der Aargau kann in einer Übergangsphase seinen Anteil tiefer ansetzen, da die Prämien unter dem Schweizer Durchschnitt liegen.

Bis 2017 will der Aargau den Kostenanteil bei der Spitalfinanzierung pro Jahr um je zwei Prozentpunkte anheben. Grundsätzlich müssen die Kantone bei der neuen Spitalfinanzierung mindestens 55 Prozent der stationären Behandlungskosten bezahlen. Für die restlichen 45 Prozent haben die Krankenversicherer auszukommen. (sda)

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