«Frauenstimmen»
Pfarrerin: «Ich möchte, dass wir die Welt aktiv zum Besseren verändern»

Serie zu 50 Jahre Frauenstimmrecht – heute mit Corinne Dobler, reformierte Pfarrerin.

Merken
Drucken
Teilen
Corinne Dobler ist reformierte Pfarrerin und setzt sich dafür ein, dass das weibliche Prinzip mehr Bedeutung erhält.

Corinne Dobler ist reformierte Pfarrerin und setzt sich dafür ein, dass das weibliche Prinzip mehr Bedeutung erhält.

Iris Krebs / Aargauer Zeitung

Vor 50 Jahren wurde das Frauenstimmrecht eingeführt, die Frauenzentrale Aargau feiert ihr 100-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass erscheint unter dem Titel «Frauenstimmen» jeden Montag ein Interview mit einer Frau aus dem Aargau.

Wer sind Sie?

Eine privilegierte Bewohnerin dieses Planeten, Geschöpf und Schöpferin.

Wofür erheben Sie Ihre Stimme?

Für mehr Bewusstheit. Dafür, dass wir dankbar sind, dass wir hier und jetzt leben. Dafür, dass alle Privilegierten sich einset-zen für jene, die dieses Glück nicht haben. Dafür, dass alle Geschöpfe und Lebewesen ein würdiges Leben auf diesem Planeten führen dürfen.

Was haben Sie im Jahr 1971 gemacht?

Das war vor meiner Geburt, ich erinnere mich nur dunkel.

Chancengleichheit, was braucht es dazu?

Dass das weibliche Prinzip, wie zum Beispiel Liebe, Intuition, Herz, Fürsorge, Hingabe, Kreativität, in der Wirtschaft und auf diesem Planeten einen gleich hohen Stellenwert bekommt wie das männliche Prinzip mit Verstand, Leistung, Erfolg, Dominanz, Rationalität.

Wovon träumen Sie?

Dass der Mensch wieder einen höheren Stellenwert bekommt als Profit und Kapital.

Worauf sind Sie besonders stolz?

Ich bin nicht stolz. Eher dankbar dafür, dass ich Pfarrerin und Seelsorgerin sein darf, und zwei wunderbare Kinder habe. Natürlich braucht es Ehrgeiz und Disziplin, um ein Ziel zu erreichen, aber vor allem braucht es die richtige Umgebung, Glück und Segen, um anzukommen.

Was ist Ihr Wunsch für die Zukunft?

Dass wir die Sorgfalt und die Liebe zum Leben wieder wichtig werden lassen. Dass wir einander zuhören. Dass wir nicht in der Opfer- und Anklagehaltung verharren, sondern aktiv die Welt zum Besseren verändern. Gerade in unserem Land kann jede(r) dazu beitragen.

Was ist Ihr Leitsatz?

Nichts und niemand kann uns trennen von der Liebe unseres Schöpfers.

50 Jahre Frauenstimmrecht und 100 Jahre Frauenzentrale Aargau