Vordemwald
Hund reisst Rehkitz auf grausame Weise – Jäger muss es erlösen

Ein acht Monate altes Rehkitz musste von seinen Qualen erlöst werden. Ein Hund hatte es schwer verletzt.

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Ein Rehkitz wurde Opfer einer Hundeattacke im Wald. (Archiv)

Ein Rehkitz wurde Opfer einer Hundeattacke im Wald. (Archiv)

Keystone/Sigi Tischler

Auf seinem Spaziergang am Donnerstagmorgen vernahm Peter Gautschi, Mitglied des Jagdvereins Vordemwald, im Bereich Chätzigenweg in Vordemwald das laute Klagen eines Rehes. Er benachrichtigte sofort den Jagdaufseher Ernst Bühler, um gemeinsam die Suche nach dem Tier aufzunehmen. Sie fanden das 8 Monate alte, gut 14 Kilogramm schwere Kitzböckli noch lebend am Boden liegend.

Bühler erlöste das Tier, das starke Verletzungen am hinteren Lauf und am Rücken hatte, von seinen offenbar grossen Qualen. Ein Hund hatte das Reh auf grausame Weise gerissen und tiefe Löcher im Muskelfleisch hinterlassen.

Jagdleiter Walter Scheibler vom Jagdverein Vordemwald: «Derart starke Verletzungen durch einen Hund an einem Reh habe ich bisher noch nie gesehen.» Es wurde noch ein Sachverständiger für Luchse beigezogen. Dieser kam zum Schluss, dass das Reh eindeutig von einem Hund und nicht von einem Luchs gerissen worden ist, denn Luchse attackieren ihre Beute am Hals.

Einen Tag zuvor sichtete ein Spaziergänger im Rothrister Wald ein Reh, das sich nur noch auf drei Läufen bewegen konnte. Die Verletzung muss ebenfalls von einem Hund oder von einem Unfall stammen. Jäger machten sich auf die Suche nach dem Tier, waren aber bislang erfolglos. Der tragische Vorfall am Chätzigenweg zeigt wieder deutlich, dass Hunde an Waldrändern oder im Wald an die Leine gehören. (hst)

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