Holziken
Eine Linde als Zeichen für den unverhofften Geldsegen in der Höhe von 1,1 Millionen Franken: «Ich war sprachlos»

Dem grosszügigen Ehepaar Elisabeth und Roland Rüegger wurde im Rahmen einer kleinen Zusammenkunft vor der Schule Hueb am Freitagabend gedankt.

Cynthia Mira
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Elisabeth und Roland Rüegger, beide über 80, haben Holziken eine Spende von 1,1 Millionen zugestellt. Gemeindeammann Jacqueline Hausmann sowie Vize Lukas Treier.

Elisabeth und Roland Rüegger, beide über 80, haben Holziken eine Spende von 1,1 Millionen zugestellt. Gemeindeammann Jacqueline Hausmann sowie Vize Lukas Treier.

Cynthia Mira

Elisabeth und Roland Rüegger aus Holziken haben der Gemeinde aus ihrem Privatvermögen 1,1 Millionen Franken gespendet. Ein wahrer Geldsegen, der die Gemeindeammann Jacqueline Hausmann sprachlos gemacht habe, wie sie in ihrer Dankesrede am Freitagabend sagte. Für das Ehepaar, das seit 55 Jahren im Dorf wohnt, wurde vor dem Schulhaus Hueb eine kleine Zusammenkunft organisiert. Der Gemeinderat in corpore war an der Feier anwesend. Insgesamt blieb die Zahl der Anwesenden wegen der Pandemie aber unter fünfzehn Personen.

«Wir haben keine eigenen Kinder und überlegten uns, wie wir der jungen Generation in unserer Gemeinde etwas Gutes tun können», sagte Elisabeth Rüegger. Es sei ihnen ein Anliegen, dass das Geld in die Zukunft der Kinder und in die wachsende Gemeinde investiert werde. Konkret: Die 1,1 Millionen Franken sind ausschliesslich für den Abbau der Schulden für das neue Schulhaus Hueb gedacht. Dieses wurde 2018 eingeweiht.

Beim Schulhaus steht jetzt eine «Rüegger»-Linde

Dem Paar zu Ehren steht nun eine Sommerlinde vor dem Schulhaus. Hausmann bedankte sich im Namen der Gemeinde. Die Linde wachse sehr hoch und werde bald der grösste Baum auf dem Areal sein. Der Baum passe zur langjährigen Tätigkeit von Roland und Elisabeth Rüegger, die viele Jahre im Holztransport tätig waren. Hausmann sagte: «Die Spende ist mehr als bewundernswert.»

Nach der Frau Gemeindeammann ergriff der Schulleiter Richard Suter das Wort: «Bis diese Linde ihre Höhe erreicht, werden noch viele Kinder an ihr vorbeigehen.» Es sei ein Zeichen für die grosse Wertschätzung, die sie Holziken entgegengebracht hätten. Er sprach von einer noblen Geste. Auch ihn habe es überrascht, dass diese hohe Summe für die Jugend im Dorf gedacht sei. «Die Schulkinder planen bereits eine Überraschung, das Geschenk bringen wir dann zu euch nach Hause.»

Linde soll Kinder, Schule und Gemeinde beschützen

Eine goldene Plakette wurde den beiden neben Blumen und Wein überreicht, eine zweite soll an der Linde angebracht werden. Allenfalls komme auch ein Ehrenplatz in den Räumlichkeiten der Schule in Frage. Über diese Möglichkeit wurde auch mit dem anwesenden Alt-Nationalrat Hans Ulrich Mathys debattiert. Auch er zeigte sich erfreut über die Grosszügigkeit der ­Rüeggers.

Die beiden sind über 80 Jahre alt und waren ob der Geste und der Blumen erfreut. «Die Linde ist ein schöner Baum und soll die Kinder, die Schule und die Gemeinde beschützen», sagte Elisabeth Rüegger. So, wie eine Linde auch an anderen Orten gerne auf einem Hügel stehe, um über das darunterliegende Tal zu wachen.