Jo Roelofs aus Widen ist Präsident der Mineralien- und Fossilien-Freunde Aargau. Seit einigen Jahren organisiert er öffentliche Fossiliengrabungen – und das Interesse ist enorm. «Im letzten Jahr hatten wir rund 100 Teilnehmer, für die Grabung im September haben sich auch schon wieder rund 60 Personen angemeldet», sagt Roelofs. Stattfinden wird der zweitägige Anlass auf dem Steinhof in Ueken – ausserhalb der offiziellen Grabung ist Fossiliensuchen dort nicht erlaubt.

Ganz in der Nähe gibt es aber eine sogenannte Klopfstelle, die öffentlich zugänglich ist. Diese befindet sich im Gebiet Hübstel/Weichlen in Ueken und liegt in den gleichen Schichten, die auch im Bergwerk Herznach aufgeschlossen sind, wie Ronald Ottiger erklärt. Ottiger ist Mitglied der Mineralien- und Fossilien-Freunde Aargau und hat für eine Ausstellung im Naturama eine Broschüre verfasst.

Wer Fossilien finden will, ist auf Aufschlüsse angewiesen, Stellen also, wo die Gesteinsschichten mit den Versteinerungen an der Erdoberfläche zugänglich sind. Das können natürliche Aufschlüsse wie Rutschgebiete an Bergflanken und Bacheinschnitte sein oder auch künstliche Aufschlüsse wie Baustellen oder Steinbrüche. «Wer Geduld hat und den Aargauer Jura mit offenen Augen durchwandert, wird auf solche Aufschlüsse stossen und mit etwas Glück auch Fossilien finden», heisst es in der Broschüre des Naturama. Vielerorts sind Steinbrüche oder andere Areale allerdings privat und nur mit Bewilligung zugänglich. Doch es gibt neben der Klopfstelle in Ueken weitere Orte, an denen die Fossiliensuche erlaubt ist.

Saurierfundstelle in Frick

Einer dieser Orte ist gemäss Ronald Ottiger die Gruhalde in Frick, eine Klopfstelle in der Tongrube hinter dem Bahnhof. Diese befindet sich unmittelbar bei der berühmten Saurierfundstelle. «Das Material ist fossilreich, aber sehr hart, was für Kinder oft etwas frustrierend sein kann», sagt der Experte. Auch im ehemaligen Steinbruch Schümel bei Holderbank, heute ein Naturschutzgebiet, ist das Sammeln von Fossilien erlaubt. Der Steinbruch ist bekannt für seine zahlreichen Ammoniten und die – allerdings selteneren – Seeigel und Haifischzähne. Ronald Ottiger sagt: «Im oberen Bereich des Areals finden sich viele Fossilien. Diese sind zwar klein, müssen aber nur aufgelesen werden.» Deshalb bezeichnet er diesen Ort als ideal für einen Familienausflug. (fh)