Helikopterinhaber wehrt sich gegen Anschuldigungen

Unsachgemässe Wartung sei Grund für Helikopterunfall auf Flugplatz Buttwil vor fünf Jahren, sagt Sicherheitsuntersuchungsstelle SUST.

Nadja Rohner
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Der Helikopter sei unter anderem zu nah an der Tankstelle (links) gestartet.

Der Helikopter sei unter anderem zu nah an der Tankstelle (links) gestartet.

Bild: SUST-Bericht

Der Flugplatz Buttwil war schneebedeckt, als sich der Zwischenfall am 22. Januar 2016 um 9.45 Uhr ereignete. Ein Flugschüler, damals 35 Jahre alt, verlor bei einem Manöver noch am Boden die Kontrolle über die Heckrotorsteuerung des Helikopters. Bei den Vorbereitungsarbeiten für den Flug nahm er den sogenannten Magnetcheck (die Überprüfung der Zündmagnete am Motor) vor, wobei Motor und Rotor auf eine gewisse Drehzahl eingestellt werden. Hierbei drehte sich der Helikopter mehrfach im Kreis und rutschte in Richtung der schneebedeckten Wiesen. Dort kam er zum Stillstand. Verletzt wurde niemand. Von aussen sah man auch dem Heli nicht viel an – nur ein zerfetztes Steuerseil, das herunterhing.

Fachstelle bemängelt Schäden am Helikopter

Die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle SUST kommt nun zum Schluss, dass der Heckrotor das Steuerseil durchtrennt hat, worauf der Flugschüler die Kontrolle über den Heli verlor. «Als kausal wurde die unsachgemässe Wartung des Helikopters erkannt», so die SUST. Mehrere Komponenten des Helikopters hätten Schäden aufgewiesen, die Steuerseile seien zu wenig gespannt gewesen, auch seien die technischen und die Wartungsunterlagen lückenhaft geführt worden, heisst es im Bericht. Zum Unfall beigetragen habe, dass der Boden schneebedeckt und damit die Bodenhaftung des Helis geringer war. Die SUST weist auch darauf hin, dass der Startplatz unmittelbar neben der Tankstelle suboptimal gewesen war: «Bei einer Drehung des Helikopters um die Hochachse, wie im vorliegenden Fall, bestand die Gefahr, dass der Helikopter mit der Tankstelle kollidiert.»

Besitzer sagt, es sei ein Herstellerproblem

Patrik Eichenberger, Leiter der Flugschule Eichenberger, ist mit den Schlussfolgerungen der SUST überhaupt nicht einverstanden, und weist den Vorwurf, die Wartung des Helikopters sei unsachgemäss erfolgt, weit von sich. Der Bericht weise aus seiner Sicht inhaltliche Fehler auf, widerspreche sich teilweise selbst und enthalte Unterstellungen, die nicht bewiesen seien – etwa, dass das Steuerkabel zu wenig Spannung gehabt habe.

Eichenberger hält fest: «Der Helikopter wurde stets nach Vorgaben des Herstellers gewartet. Es gibt im Untersuchungsbericht keine Fakten, die dieser Aussage widersprechen.» Es handle sich nach seinen Einschätzungen um ein konstruktionsbedingtes Problem «das vom Hersteller schon lange identifiziert und bei neueren Modellen verbessert wurde. Wegen der äusserst kleinen Wahrscheinlichkeit eines Vorfalles haben sich Hersteller und Behörden aber gegen eine Modifikation der bestehenden Modelle entschieden». Was den Heli-Startplatz angehe, so werde man Veränderungen vornehmen, allerdings nicht aufgrund des Berichts der SUST, sondern wegen neuer Vorschriften.

Weiter kritisiert Eichenberger, dass «für einen Vorfall mit kleinem Sachschaden und ohne Personenschäden, der vom Hersteller genau so bereits mehrfach beschrieben wurde, eine fünf Jahre dauernde Untersuchung» nötig sei. «Diese kostet nicht nur uns, sondern auch den Steuerzahler sehr viel Geld.»