Zofingen
Hans-Martin Plüss will nur Vizeammann von Zofingen werden

Hans-Martin Plüss von der SP hat trotz bestem Resultat an den Stadtratswahlen von Zofingen kein Interesse am Amt des Stadtammanns. Für ihn ist klar: «Die Mischung Beruf und Politik stimmt so für mich.»

Raphael Nadler
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Hans-Martin Plüss (links) und Hans-Ruedi Hottiger

Hans-Martin Plüss (links) und Hans-Ruedi Hottiger

AZ

Hans-Martin Plüss (SP) durfte sich am Sonntag als grosser Sieger feiern lassen. Er wurde mit dem besten Resultat aller zehn Kandidaten wieder in den Stadtrat gewählt.

«So ein Resultat macht natürlich Freude», gibt Hans-Martin Plüss unumwunden zu.

«Es zeigt auch, dass man in der Vergangenheit nicht alles falsch gemacht hat, und gibt einem neuen Schwung für eine weitere Amtsperiode.»

Das Spitzenresultat führte im Umfeld von Hans-Martin Plüss dazu, dass ihm viele plötzlich Höheres zutrauten und ihn zu motivieren versuchten: «Jetzt muss du für den Ammann kandidieren.»

Vizeammannamt: Erstmals 1970 in den Händen der SP

Bis Ende 1955 lag das Vizeammannamt stets in den Händen der FDP. Nach der Demission von Ernst Wiedmer (Zahnarzt) ging es Anfang 1956 in die Hände der EVP über: August Bachmann-Meyer (Kaufmann). Mit dem Jahr 1970 wechselte es dann erstmals zur SP: Walter Frösch (Gewerkschaftssekretär), und auf Neujahr 1974 übernahm die Stellvertretung des Stadtammanns Alfred Schmidlin (SP, Bahnhofvorstand-Stellvertreter). Dann ging es für zwölf Jahre zurück an die EVP (1978 bis 1989): Walter Lüscher (Innenarchitekt). Er wurde auf den 1. Januar 1990 abgelöst von Dilli Schaub (SP, Hausfrau/KV-Angestellte). Dann kam auf Anfang 2002 Hansruedi Gilgen (LdU, WWF-Mitarbeiter) und auf den 1. Januar 2006 Urs Schaufelberger (SP, Bezirkslehrer) und auf Anfang 2010 Annegret Dubach (SP, Bezirkslehrerin). (KBZ)

Doch der 56-jährige Plüss winkte ab. Er hat ein anderes Ziel: «Ich kandidiere am 22. September für das Amt des Vizeammanns.»

Mit diesem Gedanken spielt der SP-Mann seit Anfang Jahr. «Das Amt des Ammanns ist nichts für mich, denn zum einen macht Hans-Ruedi Hottiger seine Sache gut und zum andern kann ich so meinen Job beim Kanton behalten.»

Auch der parteilose Stadtammann Hans-Ruedi Hottiger kommt gestärkt aus den Wahlen zurück. Er hat das zweitbeste Resultat aller Kandidaten erzielt und verrät wenig Erstaunliches: «Ich kandidiere wieder für das Amt des Ammanns.»

Dass Hans-Martin Plüss nicht zu seinem Konkurrenten wird, hat er geahnt. «Er weiss nur zu gut, dass Stadtrat und Stadtammann zwei völlig unterschiedliche Jobs sind.»

Hottiger glaubt, dass ihm niemand das Amt des Ammanns streitig machen wird und dass Plüss für das Amt des Vizes gesetzt ist. Beiden machen die Wahlen am 22. September weniger Sorgen als die Situation, dass die SVP nicht mehr im Stadtrat vertreten ist: «Alle grösseren Parteien sollten in der Exekutive vertreten sein, es würde vieles vereinfachen.»