Bottenwil

Hans-Jörg Beutler: «Wir versuchen weiterhin den Alleingang»

Zofingen und Uerkheim wollen fusionieren. Bottenwil wagt weiterhin den Alleingang

Zofingen und Uerkheim wollen fusionieren. Bottenwil wagt weiterhin den Alleingang

Zofingen und Uerkheim wollen fusionieren. In der Nachbargemeinde Bottenwil ist das kein Thema. «Noch nicht»,wie der Bottenwiler Gemeindeammann Hans-Jörg Beutler im Interview erklärt. Denn auch in Bottenwil gibt es Finanzsorgen.

Uerkheim und Zofingen wollen sich zusammenschliessen. Mit welchen Gefühlen verfolgen Sie diese Fusion?

Hans-Jörg Beutler: Ich verfolge die Sache ganz gespannt und muss zugeben, dass mich die Deutlichkeit überrascht hat, mit welcher die Bevölkerung von Uerkheim der Fusion mit Zofingen zugestimmt hat. Wir arbeiten ja eng mit Uerkheim zusammen und müssen auch darum am Ball bleiben.

Sie wurden vor rund sechs Jahren von Uerkheim angefragt, ob eine Fusion zwischen Uerkheim und Bottenwil ein Thema sein könnte. Warum hat Bottenwil damals Nein gesagt?

Das ist ein finanzielles Problem. Bottenwil ist mit seinen 800 Einwohnern so klein, und mit Uerkheim zusammen wären wir nicht zu einer starken Einheit geworden. Aus meiner Sicht muss nach einer Fusion ein Gebilde von mindestens 3500 Einwohnern entstehen, dass ein solches Vorgehen Sinn macht. Es können nicht zwei «Schwache» fusionieren und nachher glauben, sie seien stark.

Hat Bottenwil auch Fusionsabsichten oder warten Sie ab, was in Uerkheim passiert?

Fusionsabsichten haben wir keine, das haben wir auch kundgetan. Wir versuchen weiterhin den Alleingang und wollen uns selbst voranbringen. Es hängt aber von den weiteren finanziellen Forderungen des Kantons ab. Wenn dieser uns weitere happige Belastungen aufbürdet wie das Gesundheitswesen oder das Sozialwesen, dann wird der Spielraum auch für uns eng. Eine Fusion ist momentan für uns kein Thema. Wir streben aber eine weitere Zusammenarbeit an, denn es gab viele Dinge, die wir gemeinsam erledigt haben im Tal und das soll auch künftig so sein.

Gemeinden mit mehr als 3500 Einwohnern gibt es nicht viele im Bezirk. Sie können ja fast nur mit Zofingen fusionieren?

Ja, das ist so. Das haben wir vor rund 12 Jahren schon im Gemeinderat diskutiert, als wir unsere Ausrichtung festlegten. Wir haben viele Dinge gemeinsam mit Zofingen und die Stadt ist momentan der einzige starke Partner, der für ein Zusammengehen infrage kommt, wenn es denn überhaupt mal nötig werden sollte.

Wenn Bottenwil mit Zofingen fusioniert, wäre es ja auch eine Fusion mit Uerkheim?

Ja, das stimmt (lacht). Aber es wäre eine Fusion mit einem starken Partner. Dann haben wir zusammen nicht 1500 Einwohner, sondern 12 000, und das ist eine andere Voraussetzung.

Wie lange glauben Sie, kann Bottenwil noch eine eigenständige Gemeinde bleiben?

Das ist von den Finanzen abhängig. Wir stehen momentan recht gut da, haben viel gespart, werden aber mit dem momentanen System des Finanzausgleichs dafür bestraft. Für einen Alleingang von Bottenwil sind wir etwas unterdotiert mit Steuereinnahmen und dadurch brauchen wir den Finanzausgleich. Wenn dieser neu und gut geregelt wird, und es auch für uns einen Teil des Kuchens gibt, dann sehe ich eine gute Chance, dass wir noch einige Jahre eigenständig bleiben können. Wir werden aber die Zusammenarbeit mit den Nachbarn intensivieren. Ich plädiere auf Zusammenarbeit und nicht gleich auf Fusion.

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