Angeschimmelte Verpackungen oder verdreckte Küchen: In 13 Gastrobetrieben hat das aargauische Lebensmittelinspektorat im letzten Jahr Essen beschlagnahmt. Für die az-Leser ist klar: Die Liste dieser Grüselbeizen soll veröffentlicht werden. So schreibt eine Leserin: «Ich würde schon gerne wissen, wo so was aufgetischt wird.» Ein weiterer Leser findet, man müsse den Gast über die Mängel informieren. «Alles andere ist eine Grobfahrlässigkeit dem Gast gegenüber.» Einer überlegt sich gar, in Zukunft die Restaurants im Aargau zu meiden, «wenn man sicher gehen will».

Trotz dieser Forderungen: Die Namen der Grüselbeizen darf das kantonale Amt für Verbraucherschutz (AVS) nicht bekanntgeben. «Unsere Tätigkeit und deren Ergebnis unterliegt dem Amtsgeheimnis», sagt Leiterin Alda Breitenmoser. «Unser höchstes Ziel ist es, die Konsumenten zu schützen.» Gleichzeitig dürften die Betriebe aber nicht über Mass geschädigt werden.

«So schmutzig, dass man die Lebensmittel nicht mehr einem Kunden auftischen darf»: Alda Breitenmoser über die Aargauer Grüsel-Beizen.

«So schmutzig, dass man die Lebensmittel nicht mehr einem Kunden auftischen darf»: Alda Breitenmoser über die Aargauer Grüsel-Beizen.

«Es wäre beispielsweise nicht verhältnismässig, wenn wir den ganzen Betrieb schliessen, wenn die Küche schmutzig, der Getränkeausschank aber in Ordnung ist.» In solchen Fällen werde ein Benützungsverbot für die Küche ausgesprochen und Massnahmen auferlegt, um die Zustände zu verbessern. Mit verschärften Kontrollen werde überprüft, ob der Wirt die Massnahmen auch umsetzt. «Wenn effektiv eine Gesundheitsgefährdung vorliegt, geben wir eine öffentliche Warnung heraus.»

Angst, in einer Aargauer Beiz verschimmeltes Essen zu verspeisen, müsse niemand haben. «Dafür sind wir ja da», sagt Breitenmoser. «Wir machen regelmässig Kontrollen und stellen damit sicher, dass die Gastrobetriebe im Kanton einwandfrei sind.»

Schimmel und abgelaufene Lebensmittel: So grusig sieht es in Aargaus Grüselbeizen aus.

Schimmel und abgelaufene Lebensmittel: So grusig sieht es in Aargaus Grüselbeizen aus.

Dass der Verbraucherschutz die Namen der fehlbaren Beizen nicht veröffentlicht, soll so bleiben, findet Josef Füglistaller, Präsident Gastro Aargau. «Der Kunde ist mündig genug», sagte er gegenüber dem Lokalsender «Tele M1». Der Gast wisse genau, wohin er gehen müsse. «Dort, wo Umsatz gemacht wird, wo der Wirt sich zeigt – dort geht der Gast gerne hin.» Enttäuscht zeigte er sich über die Beizen, die sich nicht an die Regeln halten.

Schmutzige Küche und verdorbene Lebensmittel

3500 Betriebe hat das kantonale Amt für Verbraucherschutz (AVS) im letzten Jahr kontrolliert, wie aus dem Jahresbericht hervorgeht. In 13 Beizen trafen die Kontrolleure schmutzige, unordentliche Küchen an oder fanden verdorbene Lebensmittel. Krasse, gesundheitsgefährdende Fälle seien selten, sagte Alda Breitenmoser gegenüber «Tele M1». Solche Betriebe würden vorübergehend geschlossen. Auf eine Beiz traf dies im letzten Jahr zu. In einem weiteren Fall wurden die Benutzung der Küche und die Abgabe von Speisen untersagt. Die Zahl der gerügten Betriebe ist gegenüber dem Vorjahr stabil geblieben.