Drogen

Grünen-Nationalrat Geri Müller gibt offen zu: «Ich kiffe ab und zu»

Der Grüne Nationalrat Geri Müller gesteht, dass er früher einmal Drogen konsumiert hat. Damit nicht genug: Auch heute noch gönnt sich Müller ab und zu einen Joint.

Der grüne Nationalrat Geri Müller stand «Nakt», der «Neuen Aargauer Kantizeitung Troubadour», kürzlich Rede und Antwort. Dabei wurde er auch gefragt, ob er denn schon einmal Drogen konsumiert habe. «Ja klar! Früher haben wir mit allem herumexperimentiert. Ich kann euch versichern: Wir waren damals viel schlimmer als ihr es heute seid», antwortete Müller auf die provokative Frage.

Doch damit nicht genug. Etwas später im Interview gibt der Nationalrat sogar zu, dass er sich manchmal dem Marihuanakonsum hingibt: «Ich erlaube mir jedoch ab und zu – circa einmal pro Jahr – auch einen Joint.»

Die Absicht dahinter

Man könnte jetzt denken, dass so eine Aussage zu enormen Entrüstungsstürmen führen könnte. Doch weit gefehlt. Müller hat bisher keine Reaktionen auf sein Statement bekommen. «Ich bereue diese Aussage nicht. Denn ich wollte damit ja nicht die Jungen von heute zum Kiffen auffordern. Mir war wichtig, dass ich die Wahrheit erzähle. Denn das Kiffen wird auch heute noch als Tabuzone angesehen, ganz im Gegensatz zum Alkoholkonsum. Und das finde ich absurd», so der 50-Jährige. Er weiss, dass sich einige Kreise zum Cannabiskonsum bekennen, man dies aber nicht öffentlich sagen dürfe. Zudem habe er jetzt schon sicher über ein Jahr kein Cannabis mehr konsumiert.

«Mir ging es mit dieser Aussage auch darum zu zeigen, dass die jungen Leute von heute viel kontrollierter mit Suchtmitteln umgehen als wir früher. Damals war es wilder», schaut Müller zurück. Der Nationalrat hat viel mit Jugendlichen zu tun und er findet es erstaunlich, dass es heute viel weniger «Hänger» und Besoffene gebe als noch früher.

Müller wollte keine Publicity

Müller verneint, dass die ganze Aktion nur eine Publicity-Show sei: «Es macht keinen Sinn, das an die grosse Glocke zu hängen. Aber ich finde es gut, dass die Kantizeitung häufig gelesen wird – auch von den Medien. Es war ein gutes und tiefgründiges Gespräch mit dem Verfasser des Interviews.»

Dass der grüne Politiker aufgrund seiner Aussage strafverfolgt wird, ist eher unwahrscheinlich. «Ein eifriger Polizist könnte ihn wohl vorladen, aber dann hat er weder genügend handfeste Beweise noch Anhaltspunkte, wie Art, Menge und Zeitangabe in der Hand», erklärt der Oberstaatsanwalt Beat Sommerhalder. Für ihn ist klar, dass je schlimmer das Delikt ist, es desto eher zu einer Anklage kommt. «Solange man nicht zur Konsumation von Marihuana aufruft, ist das eher eine Lappalie. Dann wird kein Brimborium gemacht», so Sommerhalder weiter.

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