Die Erleichterung war allethalben zu spüren. Sei es bei den Sportlern, Politikern genauso wie bei den Initianten und Betreibern der neuen Anlagen.

«Das ist ein Meilenstein für den Aargauer Sport», meinte gar Regierungsrat Alex Hürzeler, der seine Worte sehr bewusst wählte.

Ohne Heinz Schärer gäbe es den Handball in dieser Form in Endingen heute nicht. Er hat angefangen, die Endinger für den Sport mit den kleinen, harzverschmierten Ball zu begeistern und während Jahrzehnten die Talente ausgebildet, welche es später in die Nationalliga oder gar die Nationalmannschaft schafften. «Das ist ein Freudentag, ein absolutes Highlight», freute er sich vor dem ersten Spiel der Endinger.

Fast ausverkauft

Und er war in sehr guter Gesellschaft. Fast 1800 Zuschauer kamen in die neue Go Easy Arena in Station Siggenthal.

Schon Stunden vor dem Anpfiff waren zahlreiche Kiebitze da und schauten sich die imposante Arena von Initiator Beat Anliker an.

Es wird zwar noch fleissig gebaut, doch für das Derby gegen den STV Baden war alles bereit. Kleine, erfreuliche Randnotiz: Die Endinger setzten sich gegen die Stadtturner aus Baden mit 32:27 durch und stehen damit wieder an der Tabellenspitze der Nationalliga B.

Wenn es sportlich optimal läuft, kann im neuen Sportzentrum nächstes Jahr gar wieder Handball der Spitzenklasse angeboten werden.

«Die Leute erwartet eine Baustelle – aber auch eine neue Wettkampfhalle»: Das sagt VR-Präsident Beat Anliker kurz vor der Eröffnung der Go-Easy-Arena.

«Die Leute erwartet eine Baustelle – aber auch eine neue Wettkampfhalle»: Das sagt VR-Präsident Beat Anliker kurz vor der Eröffnung der Go-Easy-Arena.

Handball als Herzstück

Und so kamen sie denn auch fast alle nach Siggenthal um die neue Halle zu sehen. Ehemalige wie das GC-Urgestein Wädi Müller aus Wettingen, die noch sehr nahe am Handball dran sind.

Aber auch Akteure wie Uwe Mall, die man nur noch selten in den Hallen antrifft. Der Hüne bestritt exakt 100 Länderspiele für die Schweizer Handball-Nationalmannschaft und sein Sohn Joel Mall spielte lange als Keeper beim FC Aarau.

Doch diesen Augenblick liess er sich nicht nehmen, hat er doch zusammen mit Anliker auch schon den Schweizer Rekordmeister Grasshoppers trainiert.

Doch nicht nur die Handballer können sich freuen, auch die Volleyballer, Sportler mit einem Handicap und eigentlich alle sportinteressierten der Region können sich über das gelungene Werk freuen.

Alle sind erleichtert

«Es ist eine Riesenerleichterung», brachte es Endingens Gemeindeammann Lukas Keller auf den Punkt.

«Nach gefühlten 100 Jahren nach denen wir eine Lösung gesucht haben, konnte der TV Endingen endlich auch eine Heimat finden. Es ist ein neues Modell und wir sind überzogen, dass es funktionieren wird», meinte er sichtlich gutgelaunt.

Genauso erleichtert sind die Verantwortlichen des Fanionteams: «Das ist ein Riesenschritt nach vor für uns. Endlich haben wir ein Zuhause», meinte Endingens Trainer Michael Spuler, der seine ganze Karriere beim TV Endingen spielte.

«Es ist für uns nun logistisch vieles einfacher. Aber auch psychisch. Wir können uns endlich irgendwo einrichten und müssen nicht dauernd umziehen. Mit Kraftraum, Physio und allem haben wir optimale Rahmenbedingungen», ergänzt der ehemalige Flügelflitzer.

Davon war auch der Kanton überzeugt, deshalb hat er sich ebenfalls engagiert: «Mir gefällt es sehr. Es ist zwar einfach, aber trotzdem qualitativ absolut hervorragend. Es ist einfach etwas für den Sport», unterstreicht Christian Koch, Leiter kantonale Sektion Sport beim BKS.

Genauso sah es auch der Schweizer Handballverband, der die Go Easy Arena zur Heimhalle der Frauen-Nationalmannschaft macht: «Der Aargau ist eine Hochburg des Handballs, deshalb haben wir das Projekt unterstützt», erklärt Ulrich Rubeli vom Schweizerischen Handballverband SHV.

Daneben wird auch die HSG Siggenthal / Vom Stein Baden einen Grossteil seiner Heimspiele in der Go easy Arena austragen und auch die Siggenthaler freuen sich riesig auf die neue Wirkungsstätte.

Die Premiere ist absolut geglückt und es gibt bei diesem Projekt eigentlich nur Sieger und so waren denn auch fast nur strahlende Gesichter zu sehen – vielleicht abgesehen vom STV Baden, der mit vielen schönen Eindrücken aber ohne Punkte die Heimreise antreten musste