Wahlen 2011
Giezendanner will Füglistallers Kandidatur sportlich nehmen

Bei der SVP Aargau ist man über die «wilde» Kandidatur von Lieni Füglistaller für den Ständerat verärgert. Der offizielle Kandidat, Ulrich Giezendanner, will die Kampfansage seines Parteikollegen aber sportlich nehmen.

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Ueli Giezendanner: «Nenne Dinge beim Namen.» susi bodmer

Ueli Giezendanner: «Nenne Dinge beim Namen.» susi bodmer

Solothurner Zeitung

«Ich habe keine Freude und bin überrascht», sagte der offizielle Aargauer SVP-Ständeratskandidat Ulrich Giezendanner gegenüber Tele M1 zur am Samstag angekündigten «wilden» Kandidatur seines Parteikollegen Lieni Füglistaller. «Ich hätte nicht erwartet, dass er so illoyal ist».

Im Gespräch mit Radio Argovia schlug Giezendanner jedoch etwas versöhnlichere Töne an: Füglistallers Kandidatur, so «Giezi», sei dessen «gutes Recht». Er wolle die offensichtliche Kampfansage «sportlich» nehmen. Und überhaupt: «Ich habe bei der Wahl stärkere Kandidaten als Lieni Füglistaller zu schlagen.»

Für den Tele-M1-Politexperten Silvio Bircher ist jedoch klar, dass Füglistallers Kandidatur Giezandanner in Bedrängnis bringen kann: «Als Alternative zu Giezendanner taugt Füglistaller nicht - aber er kann Giezendannder Stimmen wegnehmen».

Imageschaden für die Partei?

Dementsprechend verärgert zeigt man sich offiziell auch bei der SVP Aargau: Er sei enttäuscht, dass Füglistaller «hinterrücks eine solche Aktion geplant» habe, sagte Parteipräsident Thomas Lüpold zu Radio Argovia. «Das schadet dem Image der Partei».

Wenig Verständins für Füglistallers Vorgehen zeigen auch die az-Leser: Gemäss einer Online-Umfrage - Stand: 20.30 Uhr - sind 56 Prozent der Ansicht, dass Füglistaller «noch nicht gemerkt hat, dass seine Zeit abgelaufen ist.» Nur 23 Prozent finden es gut, dass Füglistaller weiter in der Bundespolitik mitmischen will. Und 23 Prozent meinen, Füglistaller könne tun und lassen, was er wolle.

An der Umfrage haben bislang rund 250 Personen teilgenommen.

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